Tough Mudder Saison 2017 – so haben wir den Saisonauftakt in den USA erlebt

Tough Mudder Saisonauftakt 2017

Die Tough Mudder Saison 2017 wurde nun offiziell eröffnet und das mit einem richtigen Paukenschlag!

Wir von Mudder Guide waren sowohl in New Orleans als auch in Los Angeles am Start und haben dort so einiges erlebt.

Hier erfährst du alles, was sich im Vergleich zur Vorsaison geändert hat und was du sonst noch unbedingt vor dem ersten Tough Mudder in Europa bzw. Deutschland wissen solltest.

Übersicht

1. Tough Mudder USA – ein Traum wird wahr

2. Tough Mudder 2017 – diese Neuerungen erwarten dich

3. Unsere Erlebnisse auf und neben der Strecke

4. Fazit

1. Tough Mudder USA – ein Traum wird wahr

Tough Mudder USA

Die USA ist nicht nur das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern auch der Ort, wo der ganze Tough-Mudder-Wahnsinn im Jahr 2010 seinen Anfang nahm (in Deutschland macht Tough Mudder erst seit 2013 Station).

Die Hauptzentrale von Tough Mudder befindet sich in New York und den Stellenwert der USA kann man auch daran erkennen, dass hier jährlich nach wie vor mehr Events stattfinden als auf der restlichen Welt zusammen.

Man könnte also von einer Art „Mekka für Mudderholics“ sprechen, weshalb es wohl von so ziemlich jedem eingefleischten Tough-Mudder-Fan der Traum sein dürfte, hier einmal an den Start zu gehen.

Und was könnte da bitte schöner sein als das Ganze mit dem Saisonauftakt 2017 zu verbinden und all die neuen Hindernisse bereits zwei Monate früher als alle anderen in Angriff zu nehmen?

Mit dem Tough Mudder New Orleans und dem Tough Mudder Los Angeles fanden zudem vier Läufe innerhalb von neun Tagen statt und spätestens da war klar, dass wir da als Mudder Guide unbedingt vertreten sein mussten.

Alex kam bereits 2016 in Chicago in den Genuss in den USA zu laufen, doch leider konnten weder er noch Basti, Sven oder Viola die Reise in die Staaten diesmal zeitlich einrichten.

Oder deren Social-Media-Konten zeigten in Wirklichkeit Auffälligkeiten – wer weiß das schon so genau…

Da ich mir dieses Erlebnis jedoch nicht entgehen lassen wollte und es mit meinem Orientierungssinn grob fahrlässig wäre alleine zu reisen, habe ich (Michael) mich bei unseren Mudder-Kollegen umgehört und wurde schließlich auch fündig.

Olaf & Michael im French QuarterNun, in einer gerechten Welt wäre ich vermutlich mit einer hübschen 19-Jährigen geflogen. In meiner Welt musste ich hingegen mit dem 19 Jahre älteren Olaf Vorlieb nehmen, mit dem ich nachts um die Wette geschnarcht habe 😉

Olaf traf ich das erste Mal beim Tough Mudder Norddeutschland 2015 und beim Tough Mudder Süddeutschland 2016 lief er erstmals in unserem Team mit.

So viel sei gesagt – die Wahl sollte sich als gut erweisen, denn im Großen und Ganzen haben wir auf und neben der Strecke prächtig miteinander harmoniert.

Danke dafür, du alter Mann 😉

Genug zu den Hintergründen… stürzen wir uns in die Action!

2. Tough Mudder 2017 – diese Neuerungen erwarten dich

Dieses Jahr hat Tough Mudder zahlreiche Neuerungen parat. Welche das sind, erfährst du hier.

2.1 Was können die neuen Tough Mudder Hindernisse 2017?

Hier erhältst du einen Kurzüberblick über die neuen Hindernisse.

Ausführliche Beschreibungen und Tipps zu allen Hindernissen findest du in unserem eBook.

Wer sich den Ultimativen Tougher Mudder Guide bereits vorher geholt hat, profitiert von unserem kostenlosen Lifetime-Update und dürfte bereits eine entsprechende Mail in seinem Postfach haben.

Funky Monkey – The Revolution

Funky Monkey USA 2017

Die neue Variante des Funky Monkeys ist nun noch vielseitiger als die 2.0er-Version. Neben den bewährten Monkey-Bars, bekommen wir es in dieser Saison mit sich in verschiedene Richtungen drehenden Rädern zu tun.

Funky Monkey „The Revolution“ ist technisch anspruchsvoller und macht mehr Spaß als sein Vorgänger, dürfte jedoch – sofern man sich clever anstellt – für die meisten leichter zu bezwingen sein, da man deutlich weniger Kraft benötigt.

Wie das fast schon in Perfektion aussieht, zeigt Olaf im nachfolgenden Video (lass dich davon aber nicht täuschen, der alte Mann ist an den Hindernissen eine Maschine):

Fazit – cooles Update, macht richtig Laune!

Arctic Enema – The Rebirth

Arctic Enema The Rebirth

Nachdem die 2.0er-Version schon eine ganze Nummer heftiger war als das Ursprungshindernis, war der Arctic Enema das einzige der neuen Hindernisse, vor dem ich im Vorfeld gewaltig Respekt hatte.

Arctic Enema „The Rebirth“ wurde nämlich so angekündigt, dass man sich kopfüber in die Röhre stürzt und somit auch mit dem Kopf zuerst eintaucht.

Nun, was soll ich sagen?

Mit Sicherheit hat das irgendwer gemacht, aber ich habe das an keinem der vier Tage mit eigenen Augen gesehen. Alle sind „ganz normal“ reingerutscht und auch seitens der Volunteers gab es keinerlei anderen Instruktionen.

Je nach Wasserstand ist das Hindernis nun eher einfacher als schwieriger geworden, sodass man konsequenterweise eher von einem Downgrade als von einem Upgrade sprechen müsste.

Wer die Röhren bei Tough Mudder kennt, der kann sich auch ungefähr vorstellen, wie das in der geplanten Variante aussehen würde – vermutlich würde man eher ins Eiswasser robben als rutschen.

Fazit – nicht sehr gelungen.

Birth Canal / The Black Hole

Tough Mudder Black Hole

Ich habe neulich gelesen, dass es nun Sport-BHs für Männer gibt. Mindestens 95% werden mir wohl beipflichten, dass die Welt auf diese Erfindung getrost hätte verzichten können.

Der Birth Canal ist für mich persönlich so etwas wie der Sport-BH für Männer unter den Hindernissen und wenn ich mich bei meinen Matschkameraden umhöre, dann fällt das Urteil bei den meisten ähnlich aus.

Da verwundert es kaum, dass auch ein Upgrade nicht wirklich hilft. Ich würde mir im Zeitalter des Computers schließlich auch keine upgegradete Schreibmaschine kaufen…

Nun, was wurde geändert?

Es gibt nun eine Version für Firsttimer (Birth Canal) und eine für Legionäre (Black Hole).

Während die Planen letztes Jahr beim Birth Canal längs gespannt waren, sind nun mehrere Planen quer gespannt und mit Wasser gefüllt.

Ob das nun der generelle Standard ist oder ob es in Europa bei den Längsbahnen bleibt, vermag ich nicht zu prognostizieren.

Durch die Querbahnen jedenfalls ergibt sich immer nur temporär eine Last auf den Rücken und da man nun zudem rechts und links deutlich mehr Platz hat als bei den Längsbahnen, kommt das zumindest den Leuten mit Platzangst entgegen.

Bei Black Hole besteht der Witz nun darin, dass die Seiten zusätzlich abgedunkelt sind und man somit durchs Dunkle kriecht.

Ich kann nicht beurteilen, wie das für Menschen mit entsprechenden Ängsten ist, aber mir gab das keinen besonderen Kick.

In New Orleans drang zudem relativ viel Licht ein, sodass das Licht eher gedimmt als weg war. In Los Angeles war es dann halbwegs dunkel, aber es fällt trotzdem immer mal wieder ein wenig Licht vom Ausgang ein.

Fazit – für Leute mit Platzangst nach wie vor eine Herausforderung, der Rest muss sich da halt irgendwie durchquetschen.

Augustus Gloop / Snot Rocket

Augustus Gloop & Snot Rocket

Das neue Hindernis Augustus Gloop ist aus unserer Sicht ziemlich gut gelungen. Im Wesentlichen geht es dabei darum, eine Säule hochzusteigen, während von oben Unmengen von Wasser entgegenkommen.

Man sollte hier auf alle Fälle Ruhe bewahren, denn es kann schon mal passieren, dass man zwischenzeitlich überhaupt nichts mehr sieht. Gerät man nicht in Panik, ist das Hindernis gut zu meistern.

Snot Rocket ist den Legionären vorbehalten, aber im Prinzip identisch.

Einziger Unterschied: Kurz vor dem Eintritt in die Röhre ist noch ein kurzer Tauchgang erforderlich.

Fazit – willkommene Abwechslung und danach ist man definitiv wieder sauber 😉

The Reach Around / Stage 5 Clinger

Wie sieht es bei dir mit den Klimmzügen aus?

Wenn diese noch „ausbaufähig“ sind, dann solltest du hierauf in den nächsten Wochen auf alle Fälle den Fokus setzen.

Firsttimer haben es mit The Reach Around noch vergleichsweise einfach, weil man an dem Holzgerüst einigermaßen gut hochklettern kann. Etwas schwieriger ist dann nur das letzte Stück, aber auch das ist spätestens mit Hilfe gut machbar.

Tough Mudder Reach Around USA

Deutlich schwieriger ist hingegen der Stage 5 Clinger. Da mir das Hindernis wie auf den Leib geschneidert ist, kam ich einfach nicht umhin ein wenig zu posen. Ich hoffe man möge es mir verzeihen 😉

Man muss dazu sagen, dass der Muscle-up am Stage 5 Clinger definitiv schwieriger ist als an einer normalen Stange.

Normalerweise kommt man in eine stabile Position, indem man den Oberkörper etwas über die Stange beugt. Das ist hier jedoch nicht möglich, da das Holzkonstrukt im Weg ist.

Aber keine Sorge, natürlich musst du keinen Muscle-up oder Felgaufschwung beherrschen, um dieses Hindernis zu meistern. Wie der „normale“ Lösungsweg aussieht, zeigt der Mudder neben mir, wenn du genau darauf achtest.

Wir haben ein paar Taktiken überlegt, die funktionieren sollten, aber insgesamt ist es hier relativ schwierig den anderen zu helfen.

Über die Berlin Walls, usw. bekommt man im Zweifelsfall jeden, aber das dürfte hier nicht ganz so einfach sein.

Fazit – tolles Spielzeug für Cracks, Anfänger werden fluchen.

Kong

Tough Mudder Kong USA

Vielen graut es schon vor dem neuen Finisher-Hindernis für Legionäre, denn ja, Kong ist tatsächlich so hoch wie es auf den Bildern den Anschein erweckt!

Ähnlich wie früher bei Hangin‘ Tough, gilt es mittels Schwingen von Ring zu Ring die andere Plattform zu erreichen – nur fällt man eben diesmal deutlich tiefer, jedoch dafür nicht ins Wasser, sondern mehr oder weniger sanft auf ein Luftkissen.

Sofern du die Höhe ausblenden kannst, ist der Spuk halb so wild und selbst wenn du fallen solltest, so ist das mit dem Luftkissen eine gediegene Nummer.

Die Ringe sind relativ nah beieinander und nach unseren Beobachtungen wird Kong auch von den meisten erfolgreich bezwungen.

Fazit – deutlich besser als der Frequent Flyers‘ Club letztes Jahr!

Streichliste – diese Hindernisse sehen wir wohl so schnell nicht wieder

Hier kann ich natürlich nur orakeln, aber da wir das Spielchen ja schon ein paar Jährchen begleiten, lassen sich zumindest Anzeichen dafür erkennen, dass ich mit meinen Vermutungen Recht behalten könnte.

Es gab letztes Jahr Hindernisse, die fast immer zum Einsatz kamen und nun weder in New Orleans noch in Los Angeles zu sichten waren.

Als ziemlich gesetzt gilt wohl, dass der Frequent Flyers‘ Club von der Bildfläche verschwindet.

Frequent Flyers' Club Sven

Kong wird immer zum Einsatz kommen und Tough Mudder wird bestimmt einen Teufel tun, irgendwo ein zweites Luftkissen aufzubauen.

Ebenfalls für sehr wahrscheinlich erachte ich, dass sich der Cage Crawl bzw. Rain Man in die wohl verdiente Rente verabschieden.

Tough Mudder Rain Man

Wer Panik vor Wasser hat, der kommt nun schließlich mit Augustus Gloop voll auf seine Kosten und die Legionärs-Variante, also Snot Rocket, beinhaltet pseudomäßig einen Zaun, der als Anlehnung an den Cage Crawl verkauft wird.

Wundern würde es mich ebenfalls, wenn wir The Liberator bzw. den Backstabber irgendwo noch mal sehen würden, wobei sich die Trauer in Grenzen halten sollte.

Tough Mudder The Liberator

Die Kraft-Skills werden nun im Prinzip über The Reach Around bzw. Stage 5 Clinger abgefrühstückt.

Betrachtet man die drei Wechsel, so kann man insgesamt von einer deutlichen Verbesserung sprechen. Meines Erachtens gibt es nun definitiv mehr Highlights auf der Strecke.

Während ich mir mit den obigen drei Thesen relativ sicher bin, kann ich jetzt nur spekulieren, aber ich glaube, dass King of the Swingers nur noch sehr sporadisch zum Einsatz kommen wird und zwar höchst wahrscheinlich nur dann, wenn das Gelände auch für den Toughest Mudder (hierzu später mehr) genutzt wird.

Michael King of the Swingers

Dieser zählt nämlich mit Abstand zu den teuersten Hindernissen, ist ohnehin nicht bei allen Events zu realisieren (teilweise kann man nicht tief genug graben) und provoziert auch gerne mal Stau.

Zwar kam er in Los Angeles zum Einsatz, aber das dürfte wie gesagt vor allem dem Toughest Mudder geschuldet gewesen sein.

Obwohl die deutschen Events sehr teilnehmerstark sind (das heißt die Fixkostenstruktur ist gut), bezweifle ich, dass wir den King of the Swingers dort dieses Jahr sehen werden.

2.2 So sehen die neuen Tough Mudder Finisher-Shirts 2017 aus

Tough Mudder Finisher Shirts 2017

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und man kann es sowieso nicht jedem recht machen, aber meines Erachtens sind die neuen Finisher-Shirts eine ganze Nummer besser als letztes Jahr.

Die Shirts sind zu 100% aus Polyester und sehr angenehm zu tragen.

Tendenziell fallen sie etwas größer aus als letztes Jahr, sodass ich dieses Jahr mit S anstelle von M gut fahre (S ist dann entsprechend körperbetont, M sieht aber auch nicht aus wie ein Sack).

Spezielle Frauen-Shirts gibt es leider auch dieses Jahr nicht. Betrachte es vielleicht am besten als Zeichen der Emanzipation 😉

Die Shirts für den Tough Mudder Half und den Tough Mudder Full sind übrigens identisch, nur dass beim Half entsprechend noch „Half“ drauf steht.

2.3 Tough Mudder macht ernst – strengere Kontrollen der Startzeiten

Tough Mudder Check-in

Ich bekenne es ganz offen – ab dem zweiten Tough Mudder haben uns unsere zugewiesenen Startzeiten nicht mehr gejuckt und die Vermutung liegt nahe, dass das von vielen ebenfalls eher „pragmatisch“ gehandhabt wurde.

Am Ende haben wir – damit meine ich jetzt die Mudder Nation im Allgemeinen – gerne mal mit dem Finger auf Tough Mudder gezeigt und uns fürchterlich darüber ausgelassen, wenn es an dem einen oder anderen Hindernis hin oder wieder mal zu Stau kam.

Ein nicht unwesentlicher Teil der Wahrheit ist jedoch, dass die Schuld vor allem auch bei uns, also den Teilnehmern, zu suchen war. Manche Startwellen waren plötzlich viel zu groß, andere hingegen viel kleiner als geplant.

Anarchie!

Da verwundert es kaum, dass Tough Mudder dem Ganzen nun einen Riegel vorschiebt. In den USA stand auf den Startnummern die Startzeit und in die Startwelle kam entsprechend auch nur, wer zeitlich dieser Gruppe zugeteilt war.

Das Vorgehen ist grundsätzlich zu begrüßen, allerdings muss sichergestellt werden, dass Teams auch auf alle Fälle die gleiche Zeit zugewiesen bekommen und dass man zumindest grob zeitlich priorisieren kann.

Ob das Ganze in Deutschland genauso gehandhabt wird?

Schwer zu sagen, aber man ist wohl gut beraten, sich an die persönlich vorgegebene Startzeit zu halten.

Fakt ist, dass durchaus einige vor Ort ihre Zeiten umgebucht haben, aber da ich selbst auf der Gästeliste stand und Olaf dann einfach zu mir gepackt wurde, fehlt es mir hier leider an eigenen Erfahrungen, wie gut das alles geklappt hat.

In Los Angeles hat jedoch die Gepäckabgabe sonntags zu spät aufgemacht, sodass wir es aufgrund des Staus nicht in die erste (uns zugewiesene) Startwelle geschafft haben.

Wir mussten in eine Art „Wartezone“ und wurden dann der nächsten Welle zugewiesen.

Aus meiner Sicht voll in Ordnung – mal sehen, wie das Ganze in Deutschland gelöst wird.

2.4 Quo vadis Warm-up – Einsparungen an der falschen Stelle?

Tough Mudder Warm-up USA

Um es schon mal vorweg zu nehmen, unser Lauf – vor allem in Los Angeles – war überragend.

Eine riesige Enttäuschung war jedoch, dass weder in New Orleans noch in Los Angeles ein Warm-up durchgeführt wurde. Ein Warm-up macht nicht nur aus verletzungsprophylaktischen Gründen Sinn, sondern dient immer auch als Eisbrecher und Gute-Laune-Bringer.

Auf die USA hatten wir uns besonders gefreut, denn der „Coach“ und „E-Rock“ haben dort quasi Legenden-Status und dürften den Kennern auch hierzulande geläufig sein.

Beide waren zwar zumindest in Los Angeles vor Ort, haben dort aber nur den Livestream bespaßt.

Wir haben außerdem über Facebook mitbekommen, dass Sean, Start MC und für viele sowohl Stimme und Gesicht von Tough Mudder, dieses Jahr ebenfalls nur noch für eine überschaubare Anzahl von Events gebucht wurde.

Der Shitstorm und die Solidaritätsbekundungen daraufhin waren wohl beispiellos, aber ob dies etwas bringt, sei mal dahingestellt.

Die Vermutung liegt nahe, dass die drei Genannten aufgrund ihrer immensen weltweiten Bekanntheit ganz andere Gagen beziehen als beispielsweise Kenny in Deutschland (keine Angst, der muss bestimmt auch keine Flaschen sammeln gehen).

Doch selbst wenn man sparen möchte, so spart man hier definitiv am falschen Ende.

Für uns persönlich gehört das Warm-up zu Tough Mudder dazu und wann immer möglich, sollte auch bei den Start MCs die erste Liga aufgefahren werden.

Wir haben sowohl mit Nik aus Deutschland als auch mit Bobbie aus dem UK Kontakt aufgenommen und waren sehr erleichtert als wir gehört haben, dass beide für die Events in diesem Jahr bereits gebucht worden sind.

Bobbie

Hoffen wir, dass das auch in den nächsten Jahren so bleibt und dass Tough Mudder auch in den USA seine Entscheidung überdenkt!

2.5 Keine halben Sachen – was du zum Tough Mudder Half wissen musst

Tough Mudder Half

Dieses Jahr wird ja der Tough Mudder Half in Deutschland eingeführt, aber wir haben diesen letzten in England und Schottland schon 2x mitgemacht.

Ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen, zunächst noch mal ein paar allgemeine Dinge, die es zum Tough Mudder Half zu sagen gilt: halbe Streckenlänge, kein Eiswasser und kein Strom, vor allem teamorientierte und weniger Individualhindernisse, soll letztendlich als Einstieg für den „richtigen“ Tough Mudder dienen.

So weit, so mehr oder weniger bekannt. In den USA haben wir jetzt jedoch eine sehr interessante Beobachtung gemacht:

Bisher war das zumindest im UK so organisiert, dass zwar alle in der gleichen Welle gestartet sind, sich jedoch die Strecke irgendwann geteilt hat und sich die Teilnehmer irgendwann später wieder getroffen haben (teilweise hat sich dieses Prozedere mehrfach wiederholt).

Sowohl in New Orleans als auch in Los Angeles war es hingegen so, dass zunächst alle den Half gelaufen sind und die Full-Leute im Anschluss einfach weiter.

Für gemischte Teams ist das natürlich genial, da man so die maximale Zeit gemeinsam auf der Strecke verbringen kann.

Ich überbringe nur ungern schlechte Nachrichten, aber in Deutschland wird eine solche Lösung leider nicht in Reinform zu realisieren sein.

Es gibt Hindernisse, die kann man im Prinzip überall hinstellen, es gibt aber auch Hindernisse, da ist man in seinen Möglichkeiten sehr eingeschränkt und auch die Locations unterscheiden sich zum Teil drastisch.

Wir haben Rücksprache mit Christian, dem Streckenverantwortlichen von Deutschland, gehalten und man wird auf alle Fälle bemüht sein, möglichst große Überschneidungen zu erzielen.

Eine Lösung wie in New Orleans oder Los Angeles ist jedoch nicht möglich und zwar bei keinem der vier deutschen Events.

Der Ablauf wird also weitestgehend dem entsprechend, wie wir es bereits von den Events im UK kennen.

2.6 Neue Wettkampfserie – Tougher Mudder & Toughest Mudder feiern Debüt

Wer nicht ganz so tief in der Materie ist, der kann bei den vielen verschiedenen Event-Formaten schnell mal den Überblick verlieren.

Deshalb hier noch mal das Wichtigste in aller Kürze.

  • Mini Mudder
    Lauf für Kids (6-12 Jahre), leider nur im Ausland.
  • Tough Mudder 5k
    Quasi der Nachfolger des Urban Mudder. 5km in der City, kein Matsch, aber 10 Tough-Mudder-Hindernisse zum Austoben. Vorerst nur vereinzelt im Ausland.
  • Tough Mudder Half
    Halbe Streckendistanz eines „normalen“ Tough Mudders, also ungefähr 8-9km, nähere Ausführungen siehe weiter oben.
  • Tough Mudder (Full)
    Der klassische Tough Mudder wie wir ihn alle kennen und lieben. 16-18km, sozusagen das Original.
  • Tougher Mudder
    Nahezu bei jedem Event (in Deutschland dieses Jahr mit Ausnahme von NRW) wird die erste Startwelle eine Startwelle mit Zeitmessung sein. Die Hindernisse sind teilweise erschwert und die drei Erstplatzierten bei den Frauen und Männern erhalten zudem Geldpreise (500 Dollar für die Erstplatzierten).
  • Toughest Mudder
    Ein 8h-Rennen von Mitternacht bis morgens, bei dem es so viele Meilen wie möglich zu bewältigen gilt. Auch hier erhalten die drei Erstplatzierten ein Preisgeld (5.000 Dollar für die Erstplatzierten). 2017 werden insgesamt 6 Events stattfinden (4x USA, 1x Kanada, 1x England). Neben den einzelnen Events, gibt es hier auch eine Gesamtwertung.
  • World's Toughest Mudder
    Gleiches Prinzip wie beim Toughest Mudder, allerdings geht das Rennen 24 Stunden. Hier gibt es zusätzlich eine Teamwertung (das Siegerteam erhält 20.000 Dollar Preisgeld).

Während die ersten vier Formate bewusst auf Wettkampfelemente (Zeiten, Platzierungen, strenge Regeln, Bestrafungen) verzichten, bilden die letzten drei Formate die sogenannte Wettkampfserie.

tough-mudder-wettkampfserie-uebersicht

Tough Mudder Holy GrailWer innerhalb eines Jahres jeweils mindestens einmal an einem Tougher Mudder und einem Toughest Mudder teilgenommen hat und zudem noch den World's Toughest Mudder in Las Vegas absolviert, der erhält neben einem psychologischen Attest auch die neue Auszeichnung „The Holy Grail“.

Sollten alle verletzungsfrei bleiben, so werden sich Alex sowie unsere Matschkameraden Thorsten und Nadine am Ende dieser Saison mit dieser Auszeichnung schmücken dürfen.

Ich drücke schon jetzt die Daumen!

Nun, in New Orleans feierte jedenfalls der Tougher Mudder sein Debüt und eine Woche später fand in Los Angeles auch schon der erste Toughest Mudder statt.

Die Wettkampfsaison ist damit offiziell eröffnet 😉

Tougher Mudder

Tougher Mudder Regeln

Wenn ich im Bekanntenkreis von meinen Erlebnissen bei Tough Mudder berichte, dann werde ich oft nach Zeiten oder Platzierungen gefragt und manch einer reagiert dann leicht irritiert, wenn ich ihm versuche klar zu machen, dass das bei Tough Mudder niemanden juckt.

Sport und Wettkampf gehören jedoch für viele unweigerlich zusammen und auch unter denjenigen, die schon viele Tough Mudder in den Knochen haben, gibt es Mudder, die einfach mal wissen wollen, „was so geht“.

Um künftig also auch für Wettkämpfer interessant zu sein, hat Tough Mudder den Tougher Mudder aus dem Hut gezaubert.

Der Tougher Mudder wird bei nahezu allen Events ausgetragen, aber immer nur samstags im Rahmen der ersten Startwelle. Alle Teilnehmer sind hier mit einem Chip ausgestattet, über den die Zeiterfassung erfolgt.

Davon abgesehen unterscheidet sich das Ganze kaum von einem normalen Tough Mudder. Es gibt lediglich die eine oder andere Zusatzchallenge.

So habe ich zum Beispiel gelesen (ohne Gewähr), dass die Teilnehmer in New Orleans beim Kong direkt an den zweiten Ring springen mussten – definitiv nicht ohne!

Nur wer ausnahmslos alle Hindernisse schafft, kann einen der drei Geldpreise gewinnen. Die Hindernisse können so oft wiederholt werden wie gewünscht, aber wer es am Ende trotzdem nicht schafft, muss sein Armband abgeben und fällt aus der Geldwertung.

Tougher Mudder Schild

Das Ganze ist letztendlich nur eine Absicherung, dass niemand einfach an den Hindernissen vorbeirennt und dann das Preisgeld abstaubt.

Wäre man konsequent gewesen und hätte den Wettkampfcharakter mit Leben gefüllt, dann dürfte man aus meiner Sicht eigentlich auch nur all denjenigen ein Tougher-Stirnband- und Tougher-Shirt überreichen, die alle Hindernisse bezwungen haben.

So weiß ich jedenfalls nicht, warum die Leistung jetzt „tougher“ sein soll als beim normalen Run ohne Zeitmessung.

Da man allerdings wohl ungern auf die ganzen „Jäger und Sammler“ verzichten wollte, die einfach ein neues Stirnband oder den „Holy Grail“ haben möchten, hat man auf eine Sanktion dieser Art verzichtet.

Wer so tough ist und 30 EUR mehr bezahlt, der bekommt am Ende also auch ein Stirnband und darf beim Holy Grail ebenfalls einen Haken setzen – selbst wenn man bei nahezu allen Hindernissen scheitert…

In Deutschland wird der Tougher Mudder bei allen Events bis auf NRW ausgetragen.

Warum das ausgerechnet beim härtesten Event nicht der Fall sein wird, hat eine einfache Erklärung.

Zeitgleich findet nämlich in England der Toughest Mudder statt und da werden von der deutschen Crew einige helfende Hände benötigt. Hätte man nun auch noch den Tougher in NRW ausgetragen, dann hätten sich wohl manche vierteilen müssen.

Dafür sollte man auf alle Fälle Verständnis haben.

Ich gehe davon aus, dass ich mich in England 1-2x in dieser Saison an einem Tougher Mudder versuchen werde, möchte aber ansonsten das Feld denjenigen überlassen, die das Lauftraining nicht nur aus der Theorie, sondern auch aus der Praxis kennen 😉

Außerdem möchte ich die Zeit bei Tough Mudder lieber genießen und diese mit der breiten Masse verbringen.

Toughest Mudder

Toughest Mudder Los Angeles 2017

Der Toughest Mudder West in Los Angeles (genauer gesagt in St. Bernardino) war extrem tückisch und das hat vor allem zwei Gründe:

Erstens, die Jungs und Mädels von Tough Mudder kennen natürlich ihre verrückten Legionäre…

Würde man morgens ein 18km langes Bergtraining absolvieren, wenn man um Mitternacht ein achtstündiges Rennen in Angriff nimmt?

Wohl eher nicht!

Tja, wenn es dafür allerdings ein Stirnband gibt, dann sieht die Sache schon ganz anders aus 😉

Etliche der Teilnehmer waren am Samstagmorgen schon beim Tough Mudder Los Angeles am Start und nicht wenige wollten das Wochenende dann sogar noch mit einer weiteren Runde (sowie einem weiteren Stirnband) am Sonntag ausklingen lassen.

Toughest Mudder Headbands

Nun, von diesem Plan haben dann doch die meisten kurzerhand Abstand genommen und das lag wohl vor allem an Grund Nummer 2:

Die Strecke war teuflisch!

Wer Heidis Weg von Tough Mudder NRW kennt, der kann sich die Strecke in St. Bernardino quasi als eine Art Familientreffen von Heidi mit ihren Verwandten vorstellen.

Umso beeindruckender, dass Ryan Atkins, der Superstar der Szene, unfassbare 50 Meilen geschafft hat, ebenso wie sein schärfster Konkurrent Chad Trammell, der nur knapp hinter ihm blieb und vor der letzten Runde sogar noch vor ihm lag.

Damit kassierte Ryan Atkins nicht nur 5.000 Dollar für den Sieg, sondern obendrein auch noch 5.000 Dollar Bonuspreisgeld für denjenigen, der als erstes in der Saison die 50 Meilen geknackt hat.

Ryan Atkins Siegerehrung

Bei den Damen siegte Lindsay Webster mit nicht minder beeindruckenden 40 Meilen.

Weniger als den ersten Platz hätte sie sich aber wohl auch nicht erlauben dürfen, denn 3x darfst du raten, wer ihr Freund ist… Ryan Atkins 🙂

Wenn du mehr Informationen zum Toughest Mudder möchtest und des Englischen mächtig bist, dann möchte ich dir eindringlich das Race Recap von Wesley Kerr empfehlen, denn dieses ist unfassbare 8.000 Wörter lang (so wie dieser Bericht hier) und enthält dennoch kein Blabla (hoffentlich auch wie hier ^^).

Wer Blut geleckt hat und selbst gerne mal an den Start gehen möchte, dem sei der Toughest Mudder UK in Midlands ans Herz gelegt, der jedoch dummerweise parallel zum Tough Mudder NRW liegt.

Die Strecke wird dort definitiv um ein Vielfaches einfacher sein, aber dafür könnte die Kälte noch ein viel unangenehmerer Gegner werden.

2.7 Neues von der Schuhfront – welche Modelle 2017 im Trend liegen

Merrell Schuhe 2017

Es ist kein Geheimnis, dass wir uns letztes Jahr für eine Kooperation mit Merrell entschieden haben. Hier stimmt die Chemie und es kommt aus unserer Sicht zusammen, was zusammen gehört.

Uns ist bewusst, dass einige unsere Schuhtests künftig anzweifeln werden, denn wir können ja schließlich nicht mehr „neutral“ sein.

Nun, wir sind bestimmt nicht so neutral wie die Schweiz, aber ich plaudere gerne mal ein wenig auf dem Nähkästchen:

  • Ja, wir werden von Merrell kostenlos mit Schuhen ausgestattet. Wir haben jedoch auch für unsere Reeboks nichts bezahlt, das ist als Blogger keine Kunst
  • Wir haben bis heute keinen Vertrag unterschrieben, alles basiert auf klassischen Handschlag ohne Verpflichtungen
  • Seitens Merrell fließt kein Geld. Sollten wir irgendwann mal für Coachings oder sonstiges gebucht werden, dann sieht das sicherlich anders aus, aber die Kooperation an sich ist vergütungsneutral
  • Wir werden auch weiterhin „Konkurrenzprodukte“ vorstellen, weil auch diese ihre Berechtigung haben

Wenn wir also der Auffassung sind, dass wir aktuell mit den besten Schuhen auf dem Markt unterwegs sind, dann kannst du das entweder glauben oder nicht.

Fakt ist, dass die Schuhe von Merrell diejenigen waren, die man beim Toughest Mudder am häufigsten gesehen hat und da treiben sich bekanntlich die Freaks rum. Bei den Legionären kommen diese jedenfalls verdammt gut an!

Bereits letztes Jahr haben wir erste Erfahrungen mit dem All out Crush* gesammelt und nun habe ich endlich auch den neuen Avalaunch* unter Wettkampfbedingungen testen dürfen.

Tough Mudder Merrell Avalaunch

Für wen welches Modell geeignet ist und warum wir momentan von unserem einst heißgeliebten Reebok All Terrain Super tunlichst abraten, kannst du ausführlich auf unserer aktualisierten Schuhseite nachlesen.

An dieser Stelle möchte ich mir dennoch noch 2-3 Sätze zu Merrell erlauben.

Die Marke war weder sonderlich bekannt noch galt sie als besonders „sexy“, als Tough Mudder vor ca. einem Jahr den neuen Hauptsponsor präsentierte.

Dass die Schuhe nun so begehrt sind, hat aus meiner Sicht weniger mit dem guten Marketing zu tun, sondern vielmehr mit der Leidenschaft, die jeder einzelne der Mitarbeiter einbringt.

Auf dem Bild unten siehst du zum Beispiel John und Sue, die an beiden Wochenenden am Stand anzutreffen waren.

Merrell USA

John, der erst kürzlich einen 100km-Lauf absolviert hat, haben wir auf der Strecke getroffen und Sue hat den aktuellen Prototypen des neuen All out Crush ausprobiert und nachts beim Toughest einfach mal 30 Meilen hingelegt (die Siegerin hatte 40 Meilen).

Gruppenfoto mit Merrell in LA

Alle sind nicht nur ganz nah an der Community dran, sondern verstehen sich auch als Teil der Community und wer läuferisch so viel drauf hat und am eigenen Produkt bastelt, der weiß natürlich auch worauf es ankommt.

Okay, genug der Blumen, bevor die unverhofft doch noch einen dicken Scheck schicken 😉

3. Unsere Erlebnisse auf und neben der Strecke

Jetzt hast du schon jede Menge allgemeine Infos zu den ganzen Neuerungen, usw. erhalten, aber wenn wir schon mal in den USA waren, dann wollen wir dir natürlich auch verraten wie es dort war 😉

3.1 Tough Mudder New Orleans – das waren die Highlights

Tough Mudder New Orleans Streckenkarte

(zum Vergrößern anklicken)

Der Tough Mudder machte das allererste Mal in New Orleans Station und das spürte man auch an der einen oder anderen Stelle.

Auch wenn Tough Mudder mittlerweile eine sehr etablierte Marke ist, so sind neue Events kein Selbstläufer.

Viele melden sich nach einem Event direkt für das nächste Jahr an, doch im ersten Jahr muss man da erst mal ein wenig „Entwicklungsarbeit“ leisten.

Die Startwellen waren jedenfalls vergleichsweise überschaubar und man kann fest davon ausgehen, dass die Veranstaltung ein Zuschussgeschäft war.

Total verrückt war auch die Tatsache, dass sich mehr Leute für den Tough Mudder Half angemeldet hatten als für den Tough Mudder Full.

Nicht etwa, dass die Mudder am Start einen unsportlichen Eindruck gemacht hätten – ganz im Gegenteil.

Vor uns stand die eine oder andere Maschine und wir konnten unseren Augen kaum trauen, als wir dann das „Half“ auf der Startnummer entdeckten.

Das soll mal einer verstehen!

Wäre der Tough Mudder New Orleans mitten in der Saison gewesen, so wäre das Fazit wohl eher nüchtern ausgefallen.

Die Strecke war wirklich topfeben (gefühlt noch fünf Höhenmeter weniger als in Norddeutschland) und bot auch landschaftlich keine großen Highlights.

Dennoch hatten Olaf und ich ein ziemlich geiles Wochenende, was vor allem daran lag, dass wir zum ersten Mal Sean und Clinton getroffen haben (dazu später mehr) und zum ersten Mal die neuen Hindernisse ausprobieren durften.

Vergessen werden wir den Lauf ohnehin nicht und das liegt schlicht und ergreifend an der dortigen Mud Mile 2.0.

Tough Mudder Mud Mile 2.0

Ich habe mittlerweile schon 33 Tough Mudder auf dem Buckel und sicherlich schon vieles erlebt, aber so etwas definitiv noch nicht!

Jetzt bin ich bekanntlich nicht der Größte, aber wenn mir die Suppe bis zum Hals steht, dann ist das dennoch eine Ansage!

Olaf und ich leben beide vor allem von unserer Kraft, aber ich glaube, dass der eine oder andere Hügel am Sonntag selbst für unseren Hünen Alex kaum alleine zu bezwingen gewesen wäre.

Krass!

Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich behaupte, dass wir uns am Sonntag 20-30 Minuten in der Mud Mile 2.0 abgerackert haben!

Wir haben nämlich dort eine Gruppe von den vorherigen Startwellen getroffen, bei der vor allem ein Teilnehmer ordentlich was auf die Waage brachte und seine liebe Mühe hatte.

Hügel für Hügel haben wir alle gefightet was das Zeug hält und uns regelrecht verausgabt, um alle rüber zu bekommen.

Am Ende haben wir es jedoch alle geschafft und waren von der Teamleistung überwältigt.

Mud Mile USA Gruppenbild

Genau deshalb liebe ich Tough Mudder – geiler geht es nicht!

Ebenfalls in bester Erinnerung werden uns zwei Mädels bleiben, die wir bis zur halben Distanz immer wieder getroffen haben.

Tough Mudder Nola Gruppenbild

Der Everest war ziemlich glatt und das Mädel auf dem Bild links ist deshalb fünf mal knapp gescheitert.

Sie wollte gerade um das Hindernis herumlaufen, doch als ich ihr „One more try!“ zugerufen habe, fasste sie sich ein Herz und drehte um.

Olaf und ein anderer Mudder hielten mich diesmal nur an den Füßen und ließen mich wie ein menschliches Tau herab. Das Mädel lief zum sechsten Mal an und siehe da, direkt in meine Arme!

Genau darum geht es bei Tough Mudder – niemals aufgeben!

Für mich sind es generell die kleinen Erlebnisse, die am Ende hängen bleiben und Olaf und ich sind uns sicher, dass uns die Mud Mile 2.0 und der Everest 2.0 von New Orleans in bester Erinnerung bleiben werden.

Nicht verschweigen möchte ich natürlich auch, dass Olaf am Samstag sein schwarzes Stirnband bekommen hat.

Der 10. Lauf ist für jeden Mudder etwas ganz Besonderes und ich möchte Olaf deshalb auch an dieser Stelle herzlich gratulieren!

Kein einziger Fehlversuch während des gesamten USA-Trips, reife Leistung!

Olaf Black Headband

3.2 Tough Mudder Los Angeles – die perfekte Vorbereitung auf den Tough Mudder NRW

Tough Mudder Los Angeles 2017 Streckenkarte

(zum Vergrößern anklicken)

Meine Fresse!

Ich hatte es beim Toughest Mudder schon mal geschrieben, aber wie viele Anstiege und Höhenmeter wir hier zu bezwingen hatten, das kann man eigentlich gar nicht oft genug erwähnen.

Der Tough Mudder Los Angeles war wirklich DAS Highlight und schon alleine die Reise wert. Ich kenne einige tolle Kurse, aber dieser hier ist definitiv ganz vorne mit dabei, wenn nicht sogar an der Spitze!

Doch nicht nur die Landschaft war beeindruckend, sondern wie du siehst, wurde hier dank dem Toughest auch alles an Hindernissen aufgefahren was ging:

Waren wir eine Woche vorher teilweise noch etwas schwerfällig unterwegs, so hat uns das „Training“ in New Orleans spürbar gut getan. Das sah phasenweise schon recht geschmeidig aus, zumindest was den Samstag anbelangt 😉

Am Samstag haben wir tatsächlich auch noch zwei weitere Deutsche getroffen, nämlich Nadine und Alex „die Lunge“ 😀

Tough Mudder LA 2017 Gruppenbild

Das junge Ehepaar ist zwar nicht wie wir extra wegen Tough Mudder in die Staaten geflogen, aber es hat sich terminlich einfach angeboten.

Die beiden waren letztes Jahr beim Tough Mudder Norddeutschland mit dabei, aber der Kurs in Los Angeles ist da natürlich eine ganz andere Hausnummer.

Pinguine zählen schließlich auch zu den Vögeln, haben aber gefühlt dennoch nicht allzu viel mit einem Adler gemeinsam. So ungefähr ist es wohl, wenn man die Tough Mudder in Hermannsburg und St. Bernardino miteinander vergleicht…

Während Nadine läuferisch voll auf der Höhe war, musste der arme Alex ordentlich leiden.

Die kürzliche Krankheit steckte ihm noch spürbar in den Knochen, sodass er das eine oder andere Mal wie ein Kettenraucher (er ist Nichtraucher und hat vegane Superkräfte) pumpen musste.

Alex die Lunge

Entscheidend ist aber – er hat es durchgezogen und trotz der ganzen Strapazen, hatten wir jede Spaß auf der Strecke!

Danke für den tollen Lauf, wir hoffen ihr habt anschließend in Vegas nicht Haus und Hof verzockt 😀

Während Olaf lief wie eine alte Dampflock, war ich derjenige, der am nächsten Tag gewaltig zu kämpfen hatte.

Ich hatte mir irgendwie eine kleine Sehnenscheidenentzündung zugezogen und selbst an meinen Paradehindernissen gewaltig Mühe.

Phasenweise ging da fast gar nichts mehr, die Arme waren wie tot!

Unser größter Gegner waren übrigens nicht die Höhenmeter, sondern über weite Strecken tatsächlich das Wetter.

Wir haben tatsächlich gefroren und das in Kalifornien!

Okay, jetzt gelte ich allgemein als kleine Wetter-Diva und Nadine, Thorsten, Veit und Dennis haben mir erst kürzlich deshalb dieses Shirt geschenkt:

Wetterdiva

Die Bedingungen waren aber in der Tat nicht ohne. Nicht sonderlich kalt, aber größtenteils bewölkt und leicht windig – der absolute Horror in Kombination mit den Wasserhindernissen.

Da sich mein Körper zudem zu sehr auf die schmerzenden Arme fokussiert hat, war das Laufen über einige Kilometer hinweg sehr gemächlich. Das hat sich wiederum negativ auf die Körpertemperatur ausgewirkt – ein Teufelskreis!

Erst später wurde es dann aus unerfindlichen Gründen wieder besser – sowohl was meine Arme als auch was das Wetter anbelangt und so waren am Ende weder der Funky Monkey 2.0 noch der Kong ein ernsthaftes Problem.

Alles in allem war der Tough Mudder Los Angeles ein absolutes Highlight und wer das Wetter noch einen Ticken besser gewesen, dann wäre er sogar perfekt gewesen.

TM Los Angeles Landschaft

Tough Mudder ist aber nun mal kein Wunschkonzert und das ist jetzt schon Jammern auf sehr hohem Niveau.

Spätestens wenn wieder die Tough Mudder in England anstehen, werde ich mich temperaturtechnisch sicherlich nach solchen Bedingungen sehnen 😉

Michael & Olaf LA Finish

3.3 Treffen der Tough Mudder Legenden

Überall beschäftigt Tough Mudder großartige Menschen und Entertainer, aber die Crew aus den USA kennt man auf der ganzen Welt. Wir haben uns gefreut wie die Schneekönige, diese endlich einmal zu treffen und wurden nicht enttäuscht.

Wenn wir kurz vorstellen dürfen:

Sean Corvelle

Gruppenbild mit Sean

Wenn man Sean als die Stimme und das Gesicht von Tough Mudder bezeichnet, so ist das sicherlich konsensfähig.

Es ist schwierig einen Menschen mit einer solchen Ausstrahlung zu finden und wenn man mal Facebook durchforstet, dann findet man wohl nur zu Chuck Norris mehr Heldengeschichten.

Sean findet immer wieder die richtigen Worte und inspiriert seit Jahren tausende von Menschen. Er pflegt mit sehr vielen Legionären einen intensiven Austausch und stand in der Vergangenheit schon zahlreichen Muddern in Krisenzeiten zur Seite.

So war er schon Gast auf Beerdigungen, hat Teilnehmer im Krankenhaus besucht und vieles mehr.

Jeder Mensch ist bekanntlich ersetzbar, aber bei Sean gerät diese These an ihre Grenzen.

Ihn sollte man unbedingt mal erlebt haben und Olaf und ich sind verdammt froh, dass wir diesbezüglich auf unserer „bucket list“ einen Haken setzen konnten.

Coach Kyle Railton

Olaf & Coach

Zugegeben, wir waren enttäuscht, dass der Coach nicht das Warm-up gemacht hat, aber immerhin hatten wir das Glück, ihn im Zielbereich zu treffen.

Du hast mit Sicherheit schon das eine oder andere Video seiner Serie „Coachified“ auf Facebook gesehen. Der Coach ist einfach Kult!

Der Typ ist super lustig, sein Schnauzer sitzt immer akkurat und seine Beine erinnern mich unweigerlich an Baumstämme.

Auch bei ihm merkt man, dass er nicht einfach nur seinem Job nachgeht. Er hat bereits 2x den World's Toughest Mudder absolviert und war auch in Los Angeles beim Toughest am Start.

Coole Rampensau!

Jim „Da Goat“ Campbell

Michael & Jim Campbell

Jim habe ich erstmals beim Tough Mudder Ireland 2016 getroffen und er gehört zweifelsohne zu den Menschen, die ich am meisten bewundere.

Letztes Jahr erreichte er als erster Mudder überhaupt die magische Grenze von 100 Tough Mudder (!) und war bislang als einer von ganz wenigen bei allen Auflagen von World's Toughest Mudder dabei.

Er ist so etwas wie der Popstar der Szene und das liegt sicherlich nicht nur an seiner offenen und sympathischen Art, sondern vor allem auch an seiner beeindruckenden Geschichte.

Jim erlitt vor einigen Jahren einen schweren Motorradunfall und konnte dem Tod nur knapp von der Schippe springen. Die Ärzte hätten wohl keine zehn Dollar darauf gesetzt, dass er jemals wieder würde laufen können.

Nun, der Rest ist Geschichte…

Immer wieder schön ihn zu treffen und bei seiner Reisefreude würde es mich wundern, wenn es das letzte Mal für dieses Jahr gewesen sein sollte 😉

Clinton Jackson

Olaf, Clinton & Michael

Clinton ist außerhalb der USA sicherlich nicht ganz so bekannt, aber dennoch eine feste Institution vor Ort. Er war nicht nur einer der ersten, sondern definitiv auch der netteste Mensch, den wir auf dem Tough Mudder Gelände getroffen haben!

Er hält sich im Start-Ziel-Bereich auf und übernimmt die Moderation an der Electroshock Therapy.

Ihn haben wir vor unserem ersten Lauf in New Orleans getroffen und er hat uns direkt super herzlich empfangen und Bilder mit uns gemacht.

Als wir Richtung Ziel liefen, staunten wir nicht schlecht als es plötzlich hieß „Here are Michael and Olaf from Germany!“.

Der Kerl trifft so viele Leute und hatte sich tatsächlich auf Anhieb unsere Namen gemerkt! Er begrüßte uns in der Folge immer wieder aufs Herzlichste und gab sich allergrößte Mühe, dass wir uns in den USA heimisch fühlen.

Clinton, vielen Dank, es müsste mehr Leute wie dich geben!

3.4 Was unterscheidet einen Tough Mudder in den USA von einem Tough Mudder in Deutschland bzw. Europa?

Mittlerweile habe ich schon so manchen Tough Mudder auf dem Buckel, genau genommen 33 an der Zahl.

Ich war 14x in Deutschland, 10x in England, 4x in den USA, 2x in Irland, 2x in Dubai und 1x in Schottland am Start und denke, dass ich mir deshalb auch einigermaßen ein Urteil erlauben kann.

Gleichwohl kann ich hier natürlich trotzdem nur meine subjektiven Eindrücke schildern und nehme nicht für mich in Anspruch, die Wahrheit gepachtet zu haben.

Hindernisse

Unterschied Hindernisse

Vorbei sind die Zeiten, in denen Deutschland gegenüber dem Ausland das Nachsehen hatte.

Konnte man vor allem 2013-2015 noch beobachten, dass manche Hindernisse überhaupt nicht oder zumindest stark verzögert nach Deutschland kamen, so ist Deutschland mittlerweile in der ersten Tough Mudder Liga angekommen.

Egal, ob du also in Deutschland, im UK oder in den USA startest – du wirst mehr oder weniger dieselben Hindernisse vorfinden (in manchen Fällen heißen die nur anders).

Kosten

Tough Mudder Kosten

In Deutschland herrscht ja immer noch eine gewisse „Geiz ist geil“-Mentalität und ich weiß nicht wie oft ich schon gehört habe, wie unverschämt teuer doch die Ticketpreise von Tough Mudder seien.

Vielleicht sehe ich da als böser Betriebswirt das eine oder andere generell ein wenig anders, aber spätestens seitdem ich am Rande immer mal wieder die eine oder andere interne Zahl von den Organisatoren höre, kann ich bei solchen Sprüchen nur müde lächeln.

Dass wir es mit keinem karitativen Verein zu tun haben, sollte uns wohl allen klar sein, aber ich bin ehrlich gesagt ganz froh, wenn die Jungs und Mädels am Ende einen ordentlichen Gewinn machen – dann können wir nämlich am Ende auf noch mehr Events, geilere Hindernisse, usw. hoffen.

Jedenfalls habe ich mir mal den Spaß gemacht und geschaut, was man zahlen würde, wenn man heute ein Samstagticket (inkl. Gebühren, keine Versicherung) für ein Event im Juli kaufen würde und kam dabei währungsbereinigt auf folgende Ergebnisse:

  • Deutschland 95,00 EUR
  • England 122,39 EUR
  • USA 186,22 EUR

Das lasse ich jetzt erst mal sacken…

Man muss jetzt noch mal betonen, dass die Hindernisse in allen drei Ländern mehr oder weniger identisch sind. Für die gleiche Leistung zahlt man in den USA also fast doppelt so viel wie in Deutschland!

Das „fast“ kannst du genau genommen streichen. Im Prinzip zahlst du sogar noch etwas mehr als das Doppelte.

In den USA zahlst du nämlich zum Beispiel auch 10 Dollar dafür, dass du deine Tasche irgendwo abstellen kannst (kein Vollservice wie in Deutschland, der gerade mal 3 EUR kostet). Auch Essen und Parken sind teilweise deutlich teurer.

Allgemeine Organisation

In den USA hat das mit den Startwellen richtig gut geklappt und auch Stau auf der Strecke konnte größtenteils vermieden werden. Das lief alles einwandfrei.

Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass wir in Europa einen extrem hohen Standard vorfinden.

Beispiele gefällig?

Die Kante vom Funky Monkey am Ende kann richtig fies sein, wenn es einen vom Rad schleudert. Ich gebe dir Brief und Siegel, dass so eine Kante in Europa gepolstert sein wird.

Das Sicherheitsniveau in Deutschland ist verdammt hoch, was einerseits an unseren krassen Auflagen liegt, aber vor allem auch der Tatsache geschuldet ist, dass Christian (auf dem Bild rechts) und seine Crew einen hervorragenden Job leisten.

David & Christian TMHQ

Interessant auch:

In New Orleans hat sich gefühlt ein Fotograf auf die Strecke verirrt und auch in Los Angeles waren diese eher Mangelware.

Es gab noch nicht mal Finisher-Bilder, geschweige denn einen Stand, wo man direkt Bilder ausgedruckt bekommt wie in Deutschland oder in England.

Aber 3x darfst du raten, wo dennoch am meisten gemeckert wird 😉

Startprozedere

Meine Enttäuschung, dass in den USA das Warm-up gestrichen wurde, habe ich bereits zum Ausdruck gebracht.

Was die Start-MCs anbelangt, so können sich sowohl die Deutschen mit Kenny, die Briten mit Gil als auch die Amis mit Sean glücklich schätzen.

Kenny ist für mich am stimmgewaltigsten und kann am besten einpeitschen, Gil ist nach meinem Dafürhalten die coolste Sau im Business und Sean von allen derjenige, der die Menschen am meisten emotional berühren kann.

Tough Mudder Sean

Irritiert war ich, dass es weder in New Orleans noch in Los Angeles ein Schild mit dem Pledge gab. In Europa ist das ein fester Bestandteil und das finde ich auch gut so. In den USA sprechen die Leute den Pledge einfach nach.

Alex & Michael Irland 2016 Pledge

Auffällig ist natürlich, dass die Amerikaner vor den meisten Events noch mal ihre Nationalhymne anstimmen. Wäre unsere so cool wie die amerikanische, dann würden wir das vielleicht auch machen, aber so finde ich die Lösung für beide Länder ziemlich passend.

Legionäre werden im Ausland vereinzelt erwähnt, aber nicht so zelebriert wie in Deutschland, wo sich die Teilnehmer in der Reihenfolge ihrer Stirnbandfarbe hinknien.

Mudder Guide Start

Jetzt könnte das natürlich meinem silbernen Kopfschmuck geschuldet sein, dass mir das Prozedere bei uns so gut gefällt, aber Fakt ist, dass das für mich vor allem auch bei meinem ersten Tough Mudder 2014 ein magischer Moment war.

Da stand am Ende ein Typ mit einem pinken Stirnband und ich dachte in dem Moment da steht eine Art Superheld vor mir.

Super inspirierend als Firsttimer und wenn ich mich bei meinen Legionärskollegen so umhöre, dann freuen sich die meisten auch ziemlich darüber, wenn ihr Ego ein wenig gestreichelt wird 😉

Auch die Pyro am Start ist übrigens eine typisch deutsche Sache, die man so weder im UK noch in den USA findet.

Alles in allem brauchen sich die Deutschen hier also nicht zu verstecken!

Teilnehmerkultur

Tough Mudder Legionäre USA

Auch wenn sich in Deutschland in den letzten Jahren schon das eine oder andere getan hat, so muss man ganz offen sagen, dass man uns was die Kultur anbelangt noch als „Entwicklungsland“ bezeichnen muss.

Zwar hilft auch in Deutschland auf der Strecke jeder jedem, es rennen viele Kostümierte rum und die Stimmung ist super, aber in der Tendenz machen die Deutschen gerne ihr eigenes Ding zusammen mit ihren angereisten Freunden.

Die Legionäre im UK und in den USA sind hingegen richtig krass untereinander vernetzt und sehen sich als Teil einer Familie. Sie finden sich vor allem in den ersten Startwellen ein, treffen sich zum gemeinsamen Dinner und vieles mehr.

Zu dieser Familie gehören auch die MCs und die generelle Crew von Tough Mudder. In Deutschland ist das alles ein wenig distanzierter.

Als wir zwei Tage vor dem Event in New Orleans verschiedene Mudder auf der Straße getroffen haben, fielen die uns direkt um den Hals und wir gehörten sofort dazu. Der Umgang miteinander ist hier herzlicher und für UK gilt im Wesentlichen dasselbe.

Mudders Bourbon Street

Wir von Mudder Guide versuchen unseren Teil dazu beizutragen, eine ähnliche Kultur in Deutschland zu etablieren und glauben, dass das gemeinsamen Camping, das allseits beliebte Beer-Pong, unsere Trainingsgruppe, usw. schon mal Schritte in die richtige Richtung sind.

Überrascht war ich jedoch, dass selbst in Los Angeles scharenweise Firsttimer auf dem Gelände waren. Da man hier so viele Leute mit 50+-Headbands, usw. kennt, zieht man schnell mal falsche Schlüsse.

Mein Eindruck war, dass das Verhältnis von Legionären zu Firsttimern relativ vergleichbar war mit dem in Deutschland und dem im UK, was doch verwundert, da es Tough Mudder bereits seit 2010 in den USA gibt.

Im Ausland ist lediglich der „Freak-Anteil“ deutlich höher. Wir gelten z.B. hierzulande als völlig bekloppt, weil wir samstags und sonntags an den Start gehen.

Wenn sich die Legionäre in England treffen, dann wird hingegen nur gefragt, wie viele Runden man heute anpeilt.

In den USA scheint es ähnlich zu sein und wenn man in die Ergebnisse beim Toughest oder beim World's Toughest Mudder schaut, dann dürfte die Leistungsdichte hier sogar noch etwas höher einzuschätzen sein.

Was also die Kulturunterschiede in Sachen Tough Mudder insgesamt anbelangt, so würde ich es wie folgt auf den Punkt bringen:

Die Deutschen finden Tough Mudder geil, während es die Amis und die Briten geil finden, ein Mudder zu sein.

Die Identifikation mit Tough Mudder ist also im Ausland deutlich höher.

3.5 Was wir abseits der Strecke erlebt haben

Würde ich hier jetzt ausführlich ausführen, was Olaf und ich alles in den Staaten erlebt haben, dann wäre der Bericht vermutlich doppelt so lang und ich käme in die Versuchung, eine Karriere als Reiseblogger zu starten.

Wenn du so wie wir vorher noch nie in den USA warst, dann fliege da unbedingt mal hin!

Notfalls warte noch vier Jahre, aber das solltest du definitiv erlebt haben!

Ich könnte dich jetzt mit Bildern neidisch machen, aber das ist gar nicht mein Ansinnen.

Stattdessen möchte ich nur zwei Dinge herausgreifen, die zumindest einen kleinen Bezug zu Tough Mudder haben.

Venice Beach – das perfekte Trainingsgelände für Tough Mudder

Der Venice Beach in Los Angeles ist ein absoluter Traum und als wäre ein kilometerlanger Strand nicht schon spektakulär genug, findet man hier tatsächlich noch jede Menge kostenlose Trainingsmöglichkeiten und unfassbar sportliche Menschen vor.

Falls ich es noch nicht erwähnt habe – der Olaf ist an den Hindernissen ein absolutes Tier, auch wenn man es auf den ersten Blick nie vermuten würde.

Hier konnte er sich schon mal perfekt auf den Kong vorbereiten:

Und auch ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, das eine oder andere vor Ort auszuprobieren:

Was sich hier so rumtummelt, das kann man eigentlich nicht beschreiben, das muss man mit eigenen Augen gesehen haben.

An Olafs Ringen spulten einige regelrechte Choreografien ab, andere sprangen auf Slacklines weit eleganter als ich auf großen Trampolinen in einschlägigen Unterhaltungssendungen und nur wenige Meter weiter trainierte eine Gruppe von Akrobaten.

Venice Beach Akrobaten

Würde ich in Los Angeles leben, dann wäre ich wohl jeden Tag am Venice Beach!

New Orleans – wie Tough Mudder ohne Schlamm

Bei Tough Mudder fasziniert mich vor allem das Miteinander. Hier sind alle Menschen freundlich zueinander, jeder hilft jedem und die Stimmung könnte quasi gar nicht besser sein.

Ich hätte es allerdings nicht für möglich gehalten, einen solchen Ort auch in der „Zivilisation“ vorfinden zu können…

New Orleans ist der Megahammer!

New Orleans Bourbon Street

Alleine die Bourbon Street wäre einen eigenen Bericht wert, aber ich will es an der Stelle bei ein paar Anekdoten belassen, die mich nachhaltig beeindruckt haben:

  • Ein Tagesticket für die Bimmelbahn kostet 3,00 Dollar und wir wussten nicht, dass wir dort kein Geld wechseln können. Ich hatte mein Ticket schon, aber Olaf nur noch einen 20-Dollar-Schein. Wir fragten uns in der Bahn durch, ob uns jemand wechseln könne und was passiert – eine junge Frau gibt uns 3,00 Dollar und sagt passt schon…
  • Die eine Bimmelbahn war ziemlich voll und der Schaffner musste an mehreren Stationen den Leuten zurufen, dass sie leider auf die nächste Bahn warten müssen. In Deutschland hätten die Menschen wohl wüst geschimpft und mit dem Mittelfinger um sich gezeigt, in New Orleans haben sie hingegen freundlich gewunken…
  • Die einfache Fahrt zum Tough-Mudder-Gelände hat rund 55 Dollar mit dem Taxi gekostet. Wir hatten die Hoffnung, dass uns auf dem Rückweg jemand irgendwo in der Stadt rausschmeißen könnte. An beiden Tagen hatten wir binnen weniger Minuten jemanden gefunden, der uns mitnahm und vor der Hoteltür (!) absetzte…
  • Egal wo wir hin kamen fragten uns die Leute wo wir herkommen und wie es uns geht. Alle waren super hilfsbereit und gaben uns gerne Tipps, die dazu beitragen sollten, unseren Aufenthalt noch angenehmer zu gestalten…
  • Olaf kaufte sich gerade einen Kaffee, während ich draußen wartete und gerade zum 3.557. Mal jemandem schrieb, dass wir leider keine Tickets umtauschen können (warum schreiben die uns immer an?). Plötzlich kam einer raus, schloss sein Fahrrad auf und drückte mir völlig unerwartet zwei Joghurts in die Hand. „That's yours. It's healthy.“ Ich war einfach nur baff…

Wie gesagt, mehr möchte ich gar nicht zu dem Thema schreiben, aber New Orleans muss man einfach lieben!

4. Fazit

Tough Mudder USA Fazit

Dank Tough Mudder bin ich in den letzten Jahren gut rum gekommen, aber dieser Trip war wohl ohne jeden Zweifel eines der Highlights in meinem bisherigen Leben.

Die USA alleine ist natürlich schon eine Reise wert, aber wenn du das Ganze noch mit einem Tough Mudder verbinden kannst, dann solltest du das unbedingt machen!

Was Tough Mudder generell anbelangt, so kannst du dich auf eine fantastische Saison mit genialen neuen Hindernissen freuen.

Viele neue Teilnehmer werden sich außerdem am Tough Mudder Half versuchen und anschließend feststellen, dass sie zu Höherem berufen sind.

Im Mai geht in Deutschland endlich die Saison los und es liegt an dir, bis dahin das Beste aus dir herauszuholen. Stellvertretend für mein Team drücke ich dir hierfür ganz fest die Daumen!

Wenn dir der Bericht gefallen hat, du unsere Arbeit unterstützen möchtest und Bock hast dich mit über 220 Seiten geballter Mudder-Action (inkl. 70 Seiten Beschreibungen & Tipps zu allen Hindernissen) auf die neue Saison einzustimmen, dann solltest du unbedingt mal unser eBook „Der Ultimative Tough Mudder Guide“ abchecken.

Bis zum 30. April kannst du dann auch deinen 20%-Gutschein für deine neuen Merrell-Schuhe einlösen.

Lass‘ es krachen!

Hoorah!