Tough Mudder Ireland 2016 – auch eine Art, seinen 30. Geburtstag zu feiern!

Tough Mudder Irland 2016

Kurzes Brainstorming – wie würden wohl normale Leute ihren 30. Geburtstag verbringen?

  • sich fragen, ob es sich überhaupt noch lohnt aufzustehen und die grauen Haare zu zählen
  • noch mal so tun als sei man jung und übelst auf der eigenen Party eskalieren
  • im Rahmen eines Wellness-Tages mal richtig schön abspannen
  • einen gemütlichen Abend mit Freunden verbringen und gediegen reinfeiern
  • einen kleinen Städtetrip einlegen
  • usw.

Die Liste ließe sich sicher noch beliebig fortsetzen, doch wer Mudder Guide nicht erst seit gestern verfolgt, der weiß, dass wir von „normal“ ungefähr genauso weit entfernt sind wie Donald Trump vom Friedensnobelpreis.

Ich (Michael) bin deshalb meiner Linie treu geblieben und habe mich einfach mal wieder einen Dreck darum geschert, was andere machen würden.

Stattdessen habe ich die einmalige Chance ergriffen, sowohl am letzten Tag im alten Lebensjahrzehnt als auch am ersten Tag im neuen Lebensjahrzehnt einen Tough Mudder zu absolvieren…

…und das nicht irgendwo, sondern in Irland!

Dass ich dort nicht völlig mutterseelenallein war, habe ich unserem neuen Teammitglied Alex zu verdanken, der mit mir bereitwillig auf Stirnbandjagd ging.

Was wir dort alles erlebt haben und ob sich die Reise nach Irland lohnt, kannst du hier nachlesen.

Logistische Herausforderungen und äußere Umstände

Kennst du das?

Wenn es um einen selbst schlecht bestellt ist, dann hilft es manchmal schon, wenn wir wissen, dass die Lage bei anderen noch viel hoffnungsloser erscheint.

Wenn meine Klassenkameraden damals beispielsweise im Kunstunterricht mit ihren Zeichenkünsten haperten, dann kamen sie mit Vorliebe zu mir, schauten auf mein Bild und kehrten sichtlich erleichtert und mit einem Lächeln wieder an ihren Platz zurück – true story! 😀

Ähnlich ist es bei Alex und mir…

…klar, ich könnte mir jetzt eingestehen, dass es schon ein wenig verrückt ist, auf diese Weise seinen 30. Geburtstag zu feiern…

Stattdessen sage ich mir aber – hey, der Alex ist sogar noch verrückter! 😀

Warum?

Alex befand sich nämlich eigentlich mit seiner Zukünftigen und seiner Familie im Kroatien-Urlaub und was macht der Kerl?

Alex kurz vorm Flug

Zieh‘ es dir bitte häppchenweise rein und denke jeweils kurz darüber nach:

  • Er geht morgens noch in Kroatien Wasserski fahren und verabschiedet sich anschließend von Freundin und Familie,
  • um von dort aus über Brüssel nach Dublin zu fliegen,
  • zwei Tage hintereinander am Tough Mudder teilzunehmen und
  • fliegt dann wieder über Helsinki nach Kroatien zurück,
  • verbringt dort noch die restlichen Urlaubstage
  • und macht sich dann nach der Ankunft in Deutschland direkt wieder ohne Umschweife zum Tough Mudder nach Norddeutschland auf…

BÄÄÄMMM!

Das funktioniert natürlich nur mit unglaublichen Überredungskünsten, einer außergewöhnlich verständnisvollen Partnerin sowie mit der Bereitschaft, eine dreiseitige Liste mit Gegenforderungen zu erfüllen 😉

Danke lieber Alex, da wirke ich doch glatt schon wieder einen Ticken normaler neben dir!

Doch nicht nur bei Alex war die Reise von logistischen Herausforderungen geprägt.

Bestimmt drei Tage lang habe ich alle möglichen Routen durchgespielt und erst kurz nach dem Elfmeterschießen gegen Italien den finalen Flug gebucht.

In einer gerechten Welt hätte mir nämlich die deutsche Mannschaft den EM-Titel zum Geburtstag geschenkt und das wollte ich natürlich nicht verpassen!

So habe ich über 100 EUR mehr für den Rückflug bezahlt, um noch mitansehen zu können, wie mein absoluter Hass-Spieler Ronaldo den Pokal in Richtung Himmel reckt…

War wohl nix!

Leider gab es diesmal kein Camping vor Ort, sodass wir uns außerdem ein Hotelzimmer suchen mussten – du merkst schon, die Orga hat deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als der eigentliche Lauf, zumal wir nur mit Handgepäck unterwegs waren!

Das typische Tough-Mudder-Flair ging dadurch ein wenig verloren, doch dafür haben wir geschlafen wie die Könige und waren am nächsten Tag topfit für unseren ersten Einsatz.

Alex & Michael im Hotel

Manch einer meiner Gratulanten meinte ja, dass ich mir für meinen Geburtstag das perfekte Wetter ausgesucht hätte…

…nun, für Deutschland mag das ja gestimmt haben, aber die Realität in Irland sah anders aus!

Absolutes Sauwetter!

Ein Wetter, bei dem du noch nicht mal Bock hast an den Briefkasten zu gehen…

Hier ein paar Eindrücke von der Hinfahrt:

Da wären wir am liebsten im Auto sitzen geblieben…

Doch wie durch ein Wunder waren uns die Wettergötter gnädig. Wir dürften samstags tatsächlich die einzigen beiden Stunden des Tages erwischt haben, an denen es mehr oder weniger trocken war und auch sonntags hatten wir noch Glück im Unglück.

Tough Mudder Irland 2016 Streckenkarte

(zum Vergrößern anklicken)

30 Hindernisse zum 30. Geburtstag – das klang verheißungsvoll!

Normalerweise bewegt man sich bei Tough Mudder so bei etwas mehr als 20 Hindernissen, da waren also 30 schon eine echte Ansage!

Wie so oft lohnt sich aber der Blick ins Kleingedruckte!

Wer näher hingeschaut hat, dem ist nämlich aufgefallen, dass gerade die spektakulären Hindernisse wie King of the Swingers, Funky Monkey 2.0, Rain Man und der Frequent Flyers‘ Club gefehlt haben.

Besonders stutzig hat uns aber vor allem der Umstand gemacht, dass beim Arctic Enema und beim Everest der Zusatz „2.0“ fehlte.

Die sollten doch nicht ernsthaft noch die ganz alten Hindernisse haben, oder?

Wir waren gespannt!

Unsere Eindrücke von der Strecke – viel Luft nach oben!

Wie gut oder schlecht ein Tough Mudder am Ende sein wird, lässt sich anhand der Hinderniskarte letztendlich nur erahnen.

Das Ganze muss immer im Kontext mit dem Streckenprofil gesehen werden, denn die besten Hindernisse helfen nichts, wenn die Strecke ansonsten eher einem Volkslauf ähnelt.

Die Strecke in Dublin war durchaus hügelig und an Schlamm hat es auch nicht gerade gemangelt, aber es gab ein großes Manko – sie war mit knapp 15km verdammt kurz!

Wer denkt, dass es quasi kaum einen Unterschied macht, ob man 15km oder 18km rennt, der irrt gewaltig.

Insbesondere die letzten 3km bei Tough Mudder können noch mal richtig hart sein und auf die Knochen gehen.

Obwohl wir uns auf der Strecke nicht gerade zerrissen haben, waren wir an beiden Tagen in knapp über zwei Stunden im Ziel.

Irland 2016 Alex & Michael chillen

Erwähnenswert waren sicherlich die zahlreichen Flussdurchquerungen, (die jedoch auch allesamt als Hindernis gewertet wurden), die der Strecke eine individuelle Note verliehen.

Was die Hindernisse anbelangt, so waren diese gemessen am Tough-Mudder-Standard jedoch ein echter Reinfall.

Die fehlenden Hindernisse wurden bereits erwähnt – gut und schön…

Viel krasser war jedoch, dass es sich beim Arctic Enema tatsächlich um die alte Version (ohne Bauzaun, quasi nur ein Tauchgang) gehandelt hat und auch der Everest war definitiv kleiner als die 2.0er-Version!

Aber es ging noch weiter…

Pyramid Scheme kam ebenfalls nur in der Mini-Version daher, die wir bereits vom Tough Mudder London West kannten. Diese Version ist nur halb so groß wie die in NRW oder Schottland!

Der größte Witz war jedoch der Cage Crawl, den wir spontan in „Cage Walk“ umbenannt haben.

Schau selbst, wie der Alex da durchspaziert:

Alex beim "Cage Walk"

Einziger Lichtblick war die Mud Mile 2.0!

So krass standen wir noch nie in der Gülle – Alex bis zur Brust, ich bis zum Hals 😀

Irland 2016 Mud Mile

Das war sichtlich spektakulär, aber auch nicht ideal gelöst. Die Strecke wurde nämlich – warum auch immer – ein wenig abgeändert, sodass die Mud Mile 2.0 das vorletzte Hindernis war.

Dementsprechend sind wir wohl noch nie so dreckig ins Ziel gekommen:

TM Irland 2016 Parkplatz

Zu guter Letzt gab es dann noch drei Dinge, die ziemlich enttäuschend waren:

  1. Es waren echt relativ wenige Teilnehmer am Start (deshalb ist es auch nachvollziehbar, dass die Veranstalter nicht die ganzen teuren Hindernisse hinstellen können).
  2. Auf der Strecke waren vielleicht zwei Fotografen – ganz schwache Nummer!
  3. Als wir ins Ziel kamen, waren doch tatsächlich schon die schwarzen Headband leer – absolutes No-Go! (die organisieren wir uns dann in Norddeutschland).

Wie schon eingangs gesagt – viel Luft nach oben!

Warum der Tough Mudder Irland dennoch kein Reinfall war

Ganz ehrlich, wenn alles glatt läuft, dann kommt Alex dieses Jahr auf 15 Teilnahmen und ich auf 17. Ob wir jetzt zum Beispiel den Funky Monkey 2.0 zwei Mal mehr oder weniger machen, ist uns dabei ehrlich gesagt Jacke wie Hose.

Bei Tough Mudder geht es uns letztendlich vor allem auch um das, was man an dem Wochenende erlebt und da ist jeder ein Stück weit selbst seines Glückes Schmied.

Samstags haben wir zum Beispiel zwei coole Type getroffen, der eine war Ire, der andere Engländer.

Beide waren so verrückt und sind schon in der ersten Startwelle gewesen, um nun quasi ihre Double-Lap anzugehen.

Bei den zwei Verrückten haben wir uns gut aufgehoben gefühlt und mit ihnen über Tough-Mudder-Strecken gefachsimpelt.

Vor allem aber haben wir viel gelacht!

TM Irland 2016 Gruppenbild

Wir haben viel über die irische Kultur gelernt, uns über sprachliche Fettnäpfchen ausgetauscht und nicht zuletzt einiges – nicht dass wir danach gefragt oder uns das Wissen zu Nutze gemacht hätten – über das sexuelle Beuteschema von irischen Frauen erfahren! 😀

Wer schon mal in UK am Start war, der kennt sicherlich den Start line MC Gil. Der ist dort mindestens genauso legendär wie bei uns in Deutschland Kenny.

Alex, Gil & Michael

An uns beiden crazy Germans hat er sichtlich Gefallen gefunden. Wir haben uns nicht nur mehrfach eine ganze Weile mit ihm unterhalten, sondern durften auch an beiden Tagen das Schild vom Tough Mudder Pledge hochhalten – welch mega Ehre 🙂

Alex & Michael Irland 2016 Pledge

Richtig cool war es dann noch sonntags, als uns nicht nur alle ehrfurchtsvoll angeschaut haben (fast nur Tough Mudder Jungfrauen in der Welle), sondern die Startwelle plötzlich ein kleines Geburtstagslied für mich angestimmt hat.

Muddy Birthday

Sehr geile Aktion, die der Alex da mit dem Gil abgesprochen hat!

Das absolute Highlight sollte aber sonntags nach dem Zieleinlauf erfolgen, denn da konnten wir mit der geballten Tough Mudder Prominenz ein Selfie abstauben.

Neben Alex und mir, sind auf dem Bild noch Gil und Jim zu erkennen.

Jim Campbell Irland 2016

Jim sieht aus wie du und ich, aber da gibt es dennoch einen wesentlichen Unterschied – der Typ ist mit derzeit 96 Teilnahmen der unangefochtene Rekordteilnehmer von Tough Mudder!

Da wirken die 16 bzw. 17 Teilnahmen von Alex und mir schon fast erbärmlich 😀

Beide sind aber super entspannt unterwegs, es war uns eine große Ehre!

Fazit und Ausblick

Seinen 30. Geburtstag auf der Strecke feiern?

Kann man mal machen!

Während seines Kroatien-Urlaubs mal eben einen Abstecher zum Tough Mudder nach Irland machen?

Ja, warum eigentlich nicht?!

Wir beide sind jedenfalls weit davon entfernt unseren Trip zu bereuen. Auch wenn die Strecke jetzt nicht so wahnsinnig viele Highlights geboten hat, so sind wir jetzt dennoch um die eine oder andere Erfahrung reicher.

Wenn du jedoch mit dem Gedanken spielst, selbst das erste Mal außerhalb von Deutschland zu starten, dann gibt es definitiv bessere Adressen, z.B. Tough Mudder London West oder Tough Mudder Schottland.

Auch Yorkshire soll laut Gil überragend sein – hiervon werden wir uns am ersten August-Wochenende selbst überzeugen.

Ansonsten heißt es jetzt für uns mal ganz kurz durchschnaufen, Mund abputzen und dann geht es auch schon wieder los zum Tough Mudder Norddeutschland!

Wir würden uns freuen, dich zu sehen und werden wie immer berichten! 🙂

Hoorah!

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