Tough Mudder London West 2016 – Spektakulärer Saisonauftakt macht Lust auf mehr

Tough Mudder London West 2016

Es sind die Sommer- und Winterpausen, die die eingefleischten Fußball-Fans an den Rande des Wahnsinns treiben. Eine gewisse Leere macht sich breit, Entzugserscheinungen treten auf und manch einer hat sogar mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen.

Doch was sollen da nur unsere Schlammbrüder und -schwestern sagen?

Über ein halbes Jahr war es nun schon her, dass Tough Mudder das letzte Mal in Europa Station machte – eine verdammt lange Zeit!

Umso mehr freue ich (Michael) mich, dass wir mit Tough Mudder London West 2016 den Europaauftakt miterleben durften und dich endlich wieder mit aktuellen Infos versorgen können.

Dieses Mal waren wir sogar mittendrin und nicht nur knapp davor – vielen Dank an die zahlreichen Fans, die uns immer und wieder an unsere Kreditkarte erinnert und voller Schadendfreude auf unser Debakel von 2015 angespielt haben 😛

Unsere Anreise am Freitag – am liebsten direkt wieder heim

Wenn der Flieger bereits um 06:30 Uhr abhebt, dann kann man sich in etwa vorstellen, wie es um den Schlaf bestellt ist. Aber man ist ja schließlich noch jung bzw. hält sich krampfhaft an der Illusion fest es zu sein 😉

Am Flughafen in Standsted habe ich dann Sven, Thorsten und Dennis getroffen, Viola und Erik sollten hingegen erst mitten in der Nacht eintreffen.

Nun sollte die erste schwere Etappe folgen – Linksverkehr!

Letztes Jahr war ich noch Beifahrer, dieses Mal „durfte“ ich mich selbst versuchen. Sven hatte dabei das zweifelhafte Vergnügen, mich zu navigieren.

Autofahrt zum Gelände

Wer Abenteuer liebt oder mit dem Leben bereits gänzlich abgeschlossen hat, der ist als Beifahrer bei mir auf der Insel bestens aufgehoben. Da ist Adrenalin pur angesagt und der Maximalpulstest ist auch gleich inklusive 😀

Wie durch ein Wunder haben wir die Fahrt zum Glück heil überstanden – was man von den Felgen auf der linken Vorderseite leider nicht behaupten kann. Es lebe die Full-Protection!

Die zweite Etappe war zwar nicht ganz so lebensgefährlich, aber ebenfalls durchaus anspruchsvoll: Sich in einem englischen Supermarkt zurechtfinden und mit Essen für ein ganzes Wochenende eindecken, ohne eine Koch- oder Grillmöglichkeit zur Verfügung zu haben.

Wer mir verrät, wie man in England an Quark mit 40% Fett kommt, den werde ich sehr gerne in mein Nachtgebet einschließen. Wir sind an dieser Mission jedenfalls kläglich gescheitert.

Naja, jetzt waren wir endlich auf dem Gelände angekommen und das Wetter war die reine Katastrophe: April Wetter Deluxe, Level England!

Sonne, Regen, heftiger Wind, Hagel (!), alles im Wechsel. Hier mal ein kleiner Eindruck von der „leichten Brise“:

Auch wenn ich mich riesig auf den Lauf gefreut habe, so lag der Termin äußerst ungünstig, nämlich drei Wochen bevor Viola und ich bei Ninja Warrior an den Start gehen.

Ich wollte mir hier auf keinen Fall fünf Monate Training kaputt machen, weshalb ich nur ein großes Hauptziel und zwei kleine Nebenziele hatte:

  1. Unter keinen Umständen verletzten oder krank werden.
  2. Zwei Stirnbänder ergattern, um dem neuen 25er-Headband näher zu kommen.
  3. Mich unter keinen Umständen von Viola an den Hindernissen abziehen lassen 😀

Bei diesen Wetteraussichten und in Anbetracht der vielen bevorstehenden Wasserhindernisse, hat es meine gute Laune im wahrsten Sinne verhagelt.

Ich wäre am liebsten direkt wieder heim!

Einmal wie ein VIP fühlen

Selbstverständlich bin ich nicht heim und abgesehen von der geilen Strecke gab es auch einen entscheidenden Grund, dies nicht zu tun.

Ich wurde nämlich als Botschafter für eine Gesundheitskampagne engagiert, weshalb mich ein vierköpfiges Foto- und Kamerateam nach London begleitet hat.

Um welche Kampagne es sich genau handelt, darf ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht verraten und ich kann auch leider noch keine Bilder posten, aber du wirst noch früh genug davon erfahren 🙂

Freitags wurden wir von David Gordon, dem Marketingleiter von Tough Mudder Deutschland und Veronika Schmid, Leiterin des Supports, herumgefahren.

Somit hatte ich die große Ehre, die meisten Hindernisse schon einen Tag vor dem offiziellen Europaauftakt in Augenschein zu nehmen. Sehr cool!

Später haben wir noch geschätzt zwei Stündchen gedreht und auch Samstag vor dem Start wurde ich noch mal kräftig eingespannt.

Auch am Samstag auf der Strecke wurde ich von David und dem Kamerateam begleitet – auf die Endfassung vom Video bin ich jetzt schon gespannt!

Hätte mir das vor einem Jahr einer gesagt, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt 😀

Lasset die Spiele beginnen

Auf dem Campingplatz war es nachts richtig kalt. Dennis hat es diesbezüglich ganz gut auf den Punkt gebracht:

Englische Kälte

Da war es kaum zu glauben, dass wir sowohl am Samstag als auch am Sonntag auf der Strecke bestes Wetter hatten – die Wetter-Götter meinten es gut mit uns!

Gut mit uns meinten es auch die Veranstalter, denn die Strecke war ein richtiger Kracher!

Tough Mudder London West 2016 Streckenkarte

Es standen die ganzen neuen Hindernisse auf dem Programm, auf die ich gleich noch ausführlich eingehen werde (alle anderen findest du hier).

Aber auch die Laufstrecke war top!

Mit 18km wurde die typische Tough-Mudder-Distanz voll ausgeschöpft und zudem haben die doch tatsächlich in England ein hügeliges Terrain gefunden – kaum zu glauben!

Es ging zwar nicht ganz so heftig zu wie in Arnsberg, aber auch hier mussten wir ordentlich Höhenmeter zurücklegen.

Insgesamt also perfekte Zutaten für einen Tough Mudder der Extraklasse!

Da ich mit dem Kamerateam erst sehr spät auf die Strecke konnte, gaben sich Sven, Viola, Erik, Thorsten und Dennis bereits früher die Ehre.

Dennis beim Tough Mudder London WestSonntags formierte ich mich dann mit Sven und Thorsten in der ersten Startwelle, während es Viola und Erik morgens etwas gemütlicher angingen und erst später ins Renngeschehen eingriffen.

Dennis musste am zweiten Tag hingegen passen und sich um seine Kriegsverletzungen des Vortages kümmern.

Umso respektabler, dass er beim ersten Lauf die Zähne zusammengebissen und sich das pinke Stirnband geschnappt hat!

Immerhin haben wir so aber die drei Pfund für die Garderobe gespart und wurden im Ziel direkt mit unseren Sachen in Empfang genommen 😉

Die neuen Hindernisse

Noch vor Tough Mudder NRW werden wir natürlich alle neuen Hindernisse in unseren ultimativen Tough Mudder Hindernis Guide einarbeiten, aber du sollst natürlich jetzt schon einen Vorgeschmack bekommen.

Wichtige Info vorab: In der Vergangenheit waren wir in Deutschland was die Hindernisse anbelangt weit hinter UK zurück.

Dies ändert sich nun!

Mit Ausnahme vom Backstabber (Begründung später) werden alle neuen Hindernisse auch in Deutschland eingeführt, wie mir David Gordon versicherte.

Block Ness Monster

Das Block Ness Monster wurde erstmals beim World's Toughest Mudder 2015 eingesetzt und hat die Teilnehmer sofort begeistert.

Wir können uns den Lobeshymnen nur anschließen und haben auch von den anderen Muddern nur Positives vernommen.

Das Prinzip ist schnell erklärt, klingt jedoch wohl doch relativ abstrakt:

In einem Wasserbecken befinden sich zwei Quader, die nicht alleine überwunden werden können. Man muss sich hier jeweils an der Oberkante festhalten, während die anderen Mudder unten im Wasser den Quader zum Rotieren bringen müssen. So wird man irgendwann auf die andere Seite gezogen.

Wir sind ja immer mal wieder für die eine oder andere Spezialtechnik an den Hindernissen bekannt, aber die Technik von Sven könnte echt Schule machen.

Man sieht es auf dem Video nicht so gut, aber Sven bleibt einfach auf dem Monster drauf und hält es so Dauerhaft in Schwung.

Da war das Monster richtig im Flow!

Ach ja, man kann das Hindernis auch überwinden, ohne dass es sich anhört als würde jemand einen schlechten Porno synchronisieren – naja, immerhin hat er Einsatz gezeigt, unser Thorsten 😉

The Liberator/Backstabber

The Liberator war bereits letztes Jahr in England im Einsatz, sodass dieser für Sven, Viola, Erik und mich kein Neuland gewesen wäre. Hieran sollten sich diesmal jedoch nur die Tough-Mudder-Jungfrauen versuchen, denn die Legionäre wurden direkt zum Backstabber geleitet.

So richtig selbsterklärend war der Backstabber leider nicht, sodass jeder das Hindernis irgendwie nach gut Dünken auf seine Art angegangen ist.

Erst im Nachgang haben wir uns das nachfolgende Video zu Gemüte geführt, das die Intention ein wenig klarer erscheinen lässt:

Das Hindernis ist grundsolide, hat uns jetzt aber auch nicht vom Hocker gehauen.

In Deutschland wird jetzt erst mal nur The Liberator eingeführt, da dieser ja auch für die Legionäre Neuland ist. Wahnsinnig groß ist der Unterschied aber ohnehin nicht.

King of the Swingers

Auch King of the Swingers kam 2015 bereits in England in Einsatz. Mich kostet das Ding jedes Mal eine riesige Überwindung, aber ich bin mir sicher, dass es für viele Mudder das Highlight auf der Strecke sein wird.

In Anbetracht der Tatsache, dass nur sehr wenige Mudder die Glocke erreichen, haben wir ziemlich gut abgeschnitten.

Thorsten und Viola haben das Ding erwischt und da ich mich vor der Kamera nicht blamieren wollte, habe auch ich meinen ganzen Mut zusammen genommen und die Glocke ebenfalls souverän weggehauen 😀

Somit war auch mein kleines Ziel, mich nicht von Viola an den Hindernissen vernaschen zu lassen, erfüllt, denn auch den Funky Monkey 2.0, usw. haben wir natürlich beide souverän gemeistert.

Ninja Warrior kann also kommen 😉

Hier siehst du den Versuch von Viola – so wird es gemacht!

Hold your Wood 2.0

Hold your Wood

Während man in der Vergangenheit einfach relativ sinnfrei einen kleines Baumstück transportieren musste, ist Hold your Wood 2.0 deutlich teamorientierter ausgelegt.

Mit vier bis fünf Leuten trägt man hier gemeinsam einen Baumstamm und muss zwischendurch sogar eine kleine Holzwand überwinden.

Nach wie vor kein Highlight, aber sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen!

Pyramid Scheme

Für die Engländer ebenfalls schon ein alter Hut, aber für die meisten von uns Neuland, war das Hindernis Pyramid Scheme.

Vom Prinzip her ähnelt es ein klein wenig dem Everest 2.0 und den Berlin Walls, denn auch hier muss man mit viel Teamwork die anderen Mudder irgendwie nach oben ziehen und drücken.

Die Wand ist jedoch in diesem Falle komplett schräg und spiegelglatt.

Vergleicht man die drei Hindernisse so ergibt sich folgendes Bild:

Wer es drauf hat, der kann die Berlin Walls und auch den Everest 2.0 (Glückwunsch an dieser Stelle an Thorsten) alleine bezwingen.

Dies erscheint mir bei dem glatten Untergrund der Pyramid Scheme fast unmöglich!

Wenn es jedoch darum geht jemand komplett Unsportliches über die besagten Hindernisse zu bringen, so erscheint mir dieses hier im Teamwork wohl am einfachsten.

Es gibt hier viele verschiedene Techniken und wir werden mal im Verlaufe der Saison schauen, welche Taktik die ergiebigste ist.

Hier ein kleiner Eindruck, wie man es beispielsweise machen kann:

Rain Man

Vor diesem Hindernis hat es uns am meisten gegraut und es ist vielleicht auch gut so, dass dieses den Legionären vorbehalten ist.

Es handelt sich hierbei nämlich um eine verschärfte Form des Cage Crawls (der von den Firsttimern zu bewältigen war).

Hier musste man nicht nur durch eine dunkle Kammer am Anfang, sondern es kam auch noch Wasser von oben – quasi freiwillig und teuer bezahltes Waterboarding!

Wenn man sich jedoch einmal überwunden und durchgekämpft hat, dann bleibt festzuhalten, dass es gar nicht so viel krasser ist als der Cage Crawl – wärmer allerdings auch nicht…

So sieht der Überlebenskampf dann aus:

Frequent Flyers Club

Da die Legionäre ein verwöhntes Völkchen sind, wurde anstelle des Dead Ringers ein anderes Schlusshindernis für Legionäre gefordert.

Mit dem Frequent Flyers Club dürfte man den Geschmack der Teilnehmer wohl ganz gut getroffen haben.

Hier gilt es von ein paar Metern Höhe auf ein Luftkissen zu springen und idealerweise vorher noch die Holzlatte in seiner Stirnbandfarbe zu touchieren.

Definitiv eine spaßige Nummer, wenn man nicht gerade Höhenangst hat 😉

Die Orga – was war gut und was war schlecht?

Gleich vorweg, die positiven Dinge überwiegen!

TM London West 2016 Gruppenbild

Das war gut:

  • Die neuen Hindernisse und die Strecke als solche waren alles in allem richtig gut.
  • Es gab kaum Wartezeiten auf der Strecke.
  • Der Everest 2.0 war diesmal in der Mitte. Das hat zwar auch in uns erst mal schlagartig Protest hervorgerufen, aber das vermeidet definitiv Stau, weil die Leute noch nicht so im Sack sind.
  • Die Reihenfolge der Hindernisse war grundsätzlich sinnvoll (eine längere Laufpassage vor und nach Arctic Enema 2.0, keine matschigen Hände vorm Funky Monkey 2.0, usw.).
  • Das Camping war nah am Gelände und top organisiert (Startnummer direkt dort abholen, warmes Wasser, vergleichsweise gute Toiletten, kostenloser Tee gegen die Kälte, usw.). In Deutschland wird es leider kein offizielles Camping geben, aber wir haben ja zum Glück was für euch organisiert.
  • Unterm Birth Canal wurde diesmal Teppich ausgelegt – das erspart die eine oder andere Schürfwunde.
  • Mit dem Wetter hatten wir wie erwähnt ziemlich Glück, aber Tough Mudder hat nichts dem Zufall überlassen. Samstags standen an den Wasserstationen Wärmezelte. Super Sache!
  • Die Verpflegung war top, die Riegel von 9Bar waren klasse!
  • Das neue Finisher-Shirt ist um Welten besser als das von letztem Jahr. Die Funktionsshirts von Merrel können mit denen von Under Armour 2014 auf alle Fälle mithalten.
  • Die neuen Stirnbänder sind breiter – super um die Geheimratsecken zu verstecken!
  • Alle Mudder haben anstandslos ihr Stirnband bekommen, auch wenn es das zweite oder dritte in Gelb bzw. Pink war.
  • Die Legionäre holen ihr neues Stirnband direkt vor dem Frequent Flyers Club ab. Kleine aber feine Neuerung, die den lästigen Gang zum Legionärs-Checkin im Nachgang erspart.
  • Die neuen 25er- und 50er-Headbands schaffen für Freaks wie uns einen neuen Anreiz.
  • Volvic hatte wieder Entspannungsbecken am Start – wir haben sie zwar nicht genutzt, aber sie sahen doch verführerisch aus.

Das war nicht so gut:

  • Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Veranstalter kurz vorm Ziel mit Rain Man noch ein Highlight setzen wollen, aber mit nassen Klamotten ins Ziel kommen ist definitiv nicht ideal und ein großes Gefahrenpotenzial!
  • Da sich Under Armour als Sponsor zurückgezogen hat, fiel auch die Challenge weg. Die Alternativen wussten nicht so recht zu überzeugen.
  • Die Essenspreise auf dem Gelände waren völlig überteuert (wohl nicht nur wenn man Deutschland als Maßstab nimmt).

Wie man sieht – Jammern auf hohem Niveau!

Fazit

Tough Mudder London West 2016 Fazit

Alles in allem war das ein mehr als würdiger Auftakt in die neue Tough Mudder Saison und wir freuen uns auch darüber, dass wir mit Dennis, Thorsten und Erik eine super Verstärkung an Bord hatten!

Wenn auch du mit uns mal gerne bei einem Tough Mudder in UK an den Start gehen möchtest, dann schicke uns gerne eine Mail oder eine Nachricht auf Facebook.

Ansonsten freuen wir uns riesig, wenn es im Juni auch in Deutschland wieder los geht und es Heidis Weg beim Tough Mudder NRW zu bezwingen gilt.

Wenn du bei der Anmeldung 5,00 EUR sparen möchtest (nur für deutsche Events), dann musst du einfach nur den Promocode „MudderGuide2016“ bei der Anmeldung angeben und wenn du noch nach einer Campingmöglichkeit suchst, dann schlage doch einfach mit uns zusammen die Zelte auf.

Wir sehen uns im Matsch!

Hoorah!

2 Comments

  1. Hans 11. Mai 2016
    • Mudder Guide DE 15. Mai 2016

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