Tough Mudder NRW 2015 – tolles Wochenende trotz kleiner Ärgernisse

Tough Mudder NRW 2015

Die Leidenszeit ist vorbei – Tough Mudder hat sich nach dem langen Winterschlaf nun endlich auch in Deutschland wieder zurückgemeldet!

Rund 7.500 Mudder ließen sich dieses Spektakel natürlich nicht entgehen und waren am Pfingstwochenende in Arnsberg beim Tough Mudder NRW 2015 am Start.

Auch wir von Mudder Guide waren selbstverständlich das gesamte Wochenende vor Ort und wollen das Wochenende an dieser Stelle noch mal Revue passieren lassen.

Vorab eine kleine Gliederung unseres Berichts, damit du dich besser orientieren kannst:

Übersicht

  1. Tough Mudder NRW 2015 – Streckenkarte & Hindernisse
  2. Unsere Erlebnisse während des Laufs in Arnsberg
  3. Kritikpunkte von anderen Muddern & Takeaways für das Tough Mudder Orga-Team
  4. Takeaways für künftige Teilnehmer & Volunteers
  5. Takeaways für Mudder Guide

1. Tough Mudder NRW 2015 – Streckenkarte & Hindernisse

Tough Mudder NRW 2015 Streckenkarte

Der Tough Mudder in NRW gilt definitiv als derjenige mit den meisten Höhenmetern in Europa und wenn man dem Warm-up MC Glauben schenken darf sogar weltweit.

Die Strecke in Arnsberg hat es also in sich!

Dem Grunde nach geht es permanent rauf und runter und zudem wartet tonnenweise Schlamm auf die Teilnehmer.

Wer in Arnsberg startet, der sollte also in der Vorbereitung definitiv auf Intervall- und Bergläufe setzen!

Vom Streckenprofil her verdient der Tough Mudder NRW also eine Eins mit Sternchen, aber selbstverständlich muss sich ein Event wie Tough Mudder vor allem auch an seinen Hindernissen messen lassen.

Als letztere wenige Tage vor dem Start bekannt gegeben wurden, war unter den Wiederholungstätern eine gewisse Enttäuschung zu vernehmen.

Viele hatten sich ein bisschen mehr versprochen!

Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert?

  1. Arctic Enema und Everest wurden einem Upgrade unterzogen, sodass es jeweils die 2.0-Version zu bezwingen galt.
  2. Hangin Tough wurde durch Funky Monkey 2.0 ersetzt.
  3. Spiderman konnte dieses Jahr passiert werden, da diesmal zum Glück nicht wieder irgendein Idiot eine Nacht vorher das Netz geklaut hatte…
  4. Walk the Plank fiel ersatzlos weg. Nicht wenige hatten erwartet, dass dieses Jahr stattdessen King of the Swingers zum Einsatz kommt, was jedoch leider nicht der Fall war.
  5. Der Electric Eel wurde gestrichen. Auch wenn viele sicherlich aufgeatmet haben, fiel so doch das Hindernis mit der größten Überwindung weg.
  6. Abgesehen von den 2.0er-Hindernissen kam für das gesamte Teilnehmerfeld nur der Birth Canal von den zahlreichen neuen Hindernissen zum Einsatz.
  7. Zudem gab es für die Legionäre noch den Dead Ringer als kleine Zugabe.

Noch mal, wir jammern hier auf hohem Niveau!

Das Streckenprofil ist überragend und alleine Heidis Weg und die Mud Mile sind schon der absolute Hammer!

NRW 2015 Heidis Weg

Tough Mudder Matsch

Auch die 2.0er-Hindernisse sind klasse (dazu gleich mehr) und wer noch nie bei Tough Mudder teilgenommen hat, der kommt sowieso auf seine Kosten.

Die Legionäre hätten sich allerdings dennoch mehr Abwechslung gewünscht!

2. Unsere Erlebnisse während des Laufs in Arnsberg

Unser Lauf am Samstag

TM NRW 2015 vorm Start

Das Team Mudder Guide am Samstag kurz vorm Start (noch nicht in Wettkampfmontur) – hinten von li. nach re.: Andi, Max, Manu, Jessi, Robert; vorne: Basti (li.), Michael (re.)

Am Samstag ging das Team Mudder Guide zu siebt an den Start und am Sonntag drehten Andi und Michael noch mal eine Ehrenrunde.

Bleiben wir zunächst beim Samstag und beschränken uns bei der Berichterstattung auf die neuen Hindernisse.

Dem Grunde nach hat unser Team den perfekten Querschnitt des Tough Mudder Teilnehmerfeldes gebildet:

2 Sportler (Andi und Michael), 3 passable Freizeitsportler (Basti, Manu und Robert), 1 toughes Mädel (Jessi) und 1 richtiges Mädel (Max) 😀

Es war also von Anfang an klar, dass das Tempo etwas gemütlicher wird.

Nach den ersten drei Kilometern wussten wir jedoch nicht, ob wir als Mudder Guide oder als „Upps! Die Pannenshow“ unterwegs sind.

Nach dem Desaster am Flughafen von Stansted hatten wir es tatsächlich binnen weniger Minuten geschafft eine GoPro im Arctic Enema 2.0 zu versenken und uns beim Herunterrutschen von Heidis Weg zwei Hosen aufzureißen.

Tough Mudder NRW 2015 Arctic Enema

Glücklicherweise kannten wir einen der Volunteers beim Arctic Enema 2.0, sodass die Kamera nicht nur den ultimativen Härtetest (mehrere Stunden im Eiswasser) bestanden hat, sondern uns am nächsten Tag auch noch frisch aufgeladen wieder an den Start gebracht wurde.

An dieser Stelle noch mal tausend Dank an Ramon, du bist ein geiler Typ! 🙂

Neu beim Arctic Enema 2.0 ist übrigens, dass man direkt hineinrutscht und anschließend noch einen zweiten Tauchgang absolvieren muss.

Nichts für Weicheier!

Apropos Weicheier…

…letztes Jahr hatte Max Rücken!

Dieses Jahr hatte er nun eine Blase am Fuß und doch tatsächlich geglaubt, dass er Tough Mudder mit seiner Raucherlunge aus dem Stand laufen könnte…

…wir waren laaaaaange unterwegs!

Zwischendurch waren wir uns unsicher, ob wir das Gejammer am besten ignorieren oder doch lieber genau hinhören sollten, weil es vielleicht seine letzten Worte sein könnten.

Nun ja, als Mudder lässt man natürlich dennoch niemanden zurück!

Immerhin konnte Max beim Funky Monkey 2.0 ein klein wenig seine Ehre wiederherstellen, denn abgesehen von Michael war er der einzige im Team, der diesen trocken überstanden hat.

Funky Monkey Arnsberg 2015

Die Stangen sind sehr rutschig und insbesondere an der schwingenden Stange in der Mitte gehen viele im wahrsten Sinne des Wortes baden.

Man braucht hier eben eine Menge Kraft oder alternativ eine gute Technik. Idealerweise hat man beides 😉

Unlösbar ist die Aufgabe aber keinesfalls!

Vor allem die Frauen wurden hier richtig überragend angefeuert und haben so manchem Kerl gezeigt wie es geht.

Klasse!

Was die weiteren Hindernisse anbelangt, so möchten wir uns an dieser Stelle kurz fassen, da du das alles ausführlich auf unserer Hindernisseite durchlesen kannst.

Der Birth Canal war letztendlich halb so wild und weder übermäßig anstrengend noch übermäßig spaßig.

Der Everest 2.0 hatte es hingegen in sich, da dieser noch mal 20% steiler als sein Vorgänger ist!

TM NRW 2015 Everest

Von Basti sonntags aufgenommen als noch nichts los war

Hier konnte man die eine oder andere Hängepartie beobachten und vor allem mal wieder sehen was Tough Mudder ausmacht – Teamwork!

Der Dead Ringer macht ebenfalls richtig Laune und ist definitiv nur etwas für Könner!

Die richtige Technik ist hier die halbe Miete, aber eine ordentliche Portion Kraft gehört auf alle Fälle auch dazu!

Wir werden uns wie gesagt noch ausgiebig zu den einzelnen Hindernissen äußern.

Was gibt es ansonsten noch zu unserem Run am Samstag zu sagen?

TM NRW 2015 Finish

Da es zwischenzeitlich anfing zu regnen, hatten wir bei unserem Finisher-Bild leider ein klein wenig Schwund. Hier von li. nach re. zu sehen: Basti, Michael, Manu, Robert

Die Stimmung am Samstag war super, aber die Strecke war diesmal echt überfüllt!

Letztes Jahr sind wir zu ähnlicher Zeit gestartet und mussten kaum mal an irgendeinem Hindernis warten. Dieses Jahr kam es hingegen teilweise zu massivem Stau!

Gerade gegen Ende wurde es zunehmend kühler und da ist es umso unlustiger, wenn man mehrere Minuten an den Hindernissen anstehen muss und auskühlt.

Die Mudder wussten sich aber zum Glück zu helfen und stimmten immer wieder zum obligatorischen „Wer nicht hüpft, der ist kein Mudder – hey, hey!“ ein.

Erwähnen muss man an dieser Stelle auch die Volunteers, die grandiose Arbeit abgeliefert haben!

Diese haben nicht nur ihren eigentlichen Job erledigt, sondern die Teilnehmer auch nach allen Regeln der Kunst motiviert.

Danke für euren Einsatz!

Auf das ein oder andere was wir beobachtet haben, werden wir noch näher bei den Kritikpunkten eingehen.

Andis und Michaels Ehrenrunde am Sonntag

Michael & Andi Arnsberg 2015

Michael und Andi wollen dieses Jahr ja unbedingt noch das schwarze Stirnband ergattern und müssen sich dafür natürlich noch ordentlich ins Zeug legen.

Es stand dieses Wochenende bei Tough Mudder NRW somit der erste von vielen Doppelstarts auf dem Programm!

Beide waren diesmal mit der ersten Startwelle unterwegs, sodass Stau an den Hindernissen kein Thema werden sollte.

Nach der „ambitionierten Wanderung“ des Vortages hatten außerdem beide Bock darauf, sich noch mal richtig auszupowern.

Nach drei Kilometern haben sich beide deshalb darauf verständigt getrennte Wege zu gehen.

Andi, unser Lauffreak, düste anschließend nach sensationellen 1:50 Stunden als Dritter ins Ziel.

Aber auch Michael hatte eine richtig geile Gruppe erwischt und kam für einen Hantelsportler nach mehr als respektablen 2:20 Stunden unter den ersten 30 ins Ziel.

Auch wenn es bei Tough Mudder nicht um Zeiten und Platzierungen geht, so war es schön, mal an sein Limit zu gehen!

Bizeps SchrammeMichael hat außerdem wie es scheint noch ein ganz besonderes Andenken aus Arnsberg mitgenommen.

Der Streifen geht noch etwas weiter als hier auf dem Bild zu sehen und ist Ergebnis der Electroshock Therapy.

Obwohl er im Vollsprint durchgesaust ist, hat sich offensichtlich eines der Stromkabel an seinem Arm verheddert.

Mal schauen, ob das eine Narbe gibt.

Aber egal – Schmerz vergeht, Stolz bleibt für immer! 🙂

3. Kritikpunkte von anderen Muddern & Takeaways für das Tough Mudder Orga-Team

5 Jahre Tough Mudder

Noch mal, damit das Nachfolgende keinen falschen Zungenschlag erhält – Tough Mudder NRW 2015 war klasse!

Dennoch hagelte es an der einen oder anderen Stelle Kritik und da sich Tough Mudder nach eigenen Bekundungen stetig verbessern möchte, sollten die Veranstalter die nachfolgend von den Teilnehmern gesammelten Kritikpunkte ernst nehmen:

  • Bei den Hindernissen ist in Deutschland noch Luft nach oben. Um zu sehen, dass da mehr drin ist, genügend ein Blick über den Teich!
  • Die Wartezeiten an den einzelnen Hindernissen waren teilweise deutlich zu lang. Hier sollte man überlegen, bei manchen Hindernissen noch mehr in die Breite zu gehen!
  • Bei der Verpflegung wurde drastisch eingespart. Im Prinzip reicht Wasser für einen solchen Lauf völlig aus, aber wenn man die ultragenialen Riegel aus dem Vorjahr gewöhnt ist, dann sind gedrittelte Bananen ein Witz!
  • Teilnehmer der letzten Startwellen samstags haben sogar von Verpflegungsengpässen gesprochen. Das sollte nicht passieren!
  • Die neuen Finisher-Shirts kamen überhaupt nicht gut an. Weit unter der Qualität der bisherigen Shirts von Under Armour!
  • Dass es dieses Jahr keine After Party gab, hätte man frühzeitig kommunizieren können. Einige Teilnehmer haben sich deshalb extra ein Camping-Ticket geordert, nur um dann vor Ort zu erfahren, dass die Party dieses Jahr flachfällt. Unnötig!
  • Auf dem Campingplatz wurde immer wieder das warme Wasser knapp. Gerade nach dem Lauf echt ärgerlich!
  • Dass die Leute erst zwei Tage vor Anreise erfahren, dass sie auf dem Gelände nicht grillen dürfen, ist ebenfalls nicht optimal gelöst. Hier sollte man nicht mit Infos sparen!

Es wäre schön, wenn sich Tough Mudder diese Kritik zu Herzen nimmt, denn wir würden alle gerne irgendwann ein 10-jähriges Jubiläum feiern wollen!

Hinweis:

Für all diejenigen, die den Bericht erst mit deutlicher Verspätung lesen – Tough Mudder hat sich die Kritik zu Herzen genommen, sodass Norddeutschland und Süddeutschland absolut reibungslos über die Bühne gingen.

Ab 2016 gibt es zusätzlich wieder hochwertigere Finisher-Shirts!

4. Takeaways für künftige Teilnehmer & Volunteers

Hier noch ein paar Tipps für Teilnehmer & Volunteers:

  • Max hat es gezeigt, wie man es NICHT macht. Gehe auf alle Fälle einigermaßen fit an den Start, wir helfen dir dabei!
  • Wenn du clever bist, dann gehst du sonntags an den Start. Zum Vergleich: Am Samstag gab es 18 Startwellen, am Sonntag nur 4! Stau an den Hindernissen ist somit so gut wie ausgeschlossen.
  • Logischerweise hast du sonntags auch als Volunteer erheblich weniger Arbeit. Viele helfen samstags und starten sonntags – umgekehrt wäre es mitunter klüger 😉
  • So geil die Kopfhalterung der GoPro auch ist – gehe auf Nummer sicher und halte sie bei Wasserhindernissen in der Hand oder gib sie einem deiner Mitstreiter!
  • Ohne näher darauf eingehen zu wollen, haben wir bei anderen Teilnehmern die eine oder andere organisatorische Panne erlebt. Lies aufmerksam unseren Guide durch, dann bleibt dir mitunter so manches erspart!
  • Viele haben uns vor dem Event angeschrieben und Fragen gestellt. Wenn es irgendwie möglich ist, versuchen wir dir zu helfen. Nutze also die Chance und tritt mit uns über unsere Mudder Guide Facebook Fanpage oder per Mail in Kontakt.

5. Takeaways für Mudder Guide

to do

Selbstverständlich wollen auch wir uns weiterentwickeln und haben schon einige Dinge auf unsere Agenda gepackt.

Einige Dinge haben wir schon überarbeitet, aber in Kürze stehen noch folgende Punkte auf unserer To-do-Liste:

  • Wir haben die Tage vor Arnsberg intensiv geschaut, welche Fragen auf der Fanpage von Tough Mudder gestellt werden (z.B. Ticketumschreibungen und ähnliches). Unsere Erkenntnisse werden wir entsprechend in unseren Guide einarbeiten.
  • Damit du bestens auf das Camping vorbereitet bist, werden wir diesen Part deutlich ausweiten und entsprechend auch im Mudder Shop und unsere Checkliste zeitnah ergänzen.
  • Das Kapitel mit den Hindernissen werden wir noch diese Woche überarbeiten und können es mit Glück nach unserem Midlands-Trip abermals ergänzen.
  • Außerdem arbeiten wir schon fieberhaft an unseren Trainingsplänen und bereiten derweil schon mal die Dreharbeiten vor, damit 2016 jeder der möchte optimal vorbereitet an den Start gehen kann.

Du siehst, wir sind nicht untätig und für Anregungen immer offen!

Nun die Frage zum Schluss:

Haben wir noch etwas vergessen bzw. wie waren deine Eindrücke von Tough Mudder NRW 2015?

6 Comments

  1. Khadija Azahaf 25. Mai 2015
  2. Jahn von Fitvolution 26. Mai 2015
    • Mudder Guide DE 27. Mai 2015
  3. Nine 17. September 2015