Tough Mudder Süddeutschland 2018 – die Würfel sind gefallen!

Tough Mudder Süddeutschland 2018

Alea iacta est – die Würfel sind gefallen!

Keinem Geringeren als dem römischen Feldherren Julius Caesar wird dieses berühmte Zitat zugeschrieben und ich denke der Vergleich ist überaus passend, da ich ausnahmsweise mal versuchen wollte, auf Seba zu hören.

Dieser ließ mir vor meinem 75. Lauf nämlich folgende Nachricht (die sein Fernbleiben natürlich keinesfalls entschuldigt) zukommen:

Sooo Micha. Heute ist der Tag. Nummer 75.

Ich habe das Gefühl, dass du zur Abwechslung heute mal sehr bescheiden auftreten wirst. Vielleicht weil Julia eine ruhige Ausstrahlung hat, weil Fabi schon in der Lauerstellung ist, um im kleinsten Hauch einer revolutionären Aufstandsstimmung des Volkes den Putsch zu starten oder weil du mittlerweile einfach alt bist?

Willst du wirklich diesen Tag selbst zu einer Belanglosigkeit herab tun und dich maximal innerlich selbst abfeiern und nur dein Gedankengut voll onanieren?

Ich sage nein! Spritz mit deinem Selbstbewusstsein in das Gesicht aller anderen. Zeige ihnen, wer der wahre, gottverdammte, toughe Mudderfucker ist. Denn das bist du!

Lass dich abfeiern, zelebriere das, lass es vor allem zelebrieren. Bescheidenheit wird eh nie mehr in deiner Charakterbeschreibung auftauchen. Von daher kannst du auch total weg eskalieren und deine Memoiren zur legendären Geschichte machen. Heute ist so ein Tag, an den sich alle erinnern werden. […]

Viel Spaß, kleiner Sadam!“

Wie du unschwer erkennen kannst, ist Seba nicht unbedingt ein Feingeist, sondern eher ein Prolet wie er im Buche steht.

Er sollte dennoch Recht behalten, denn beim Tough Mudder Süddeutschland 2018 war ich tatsächlich die Hauptperson.

Michael 75 Interview

Ich könnte jetzt behaupten, dass mir das fast schon unangenehm gewesen sei oder dass ich das alles nur fürs Team getan hätte, aber ich halte es da lieber mit den Worten von Walter White:

Doch zurück zu den Würfeln… was hatte es damit auf sich?

Am Freitagabend hat mir Dennis beim Camping einen orangenen Würfel (wie passend) in die Hand gedrückt, den ich von da an bis zum Zieleinlauf am nächsten Tag immer bei mir tragen musste.

Klingt noch relativ unspektakulär…

Warm-up Würfel

Der eigentliche Witz bestand jedoch darin, dass ich vor jedem Hindernis würfeln musste.

Die Augenanzahl richtete dann erbarmungslos über mein Schicksal. Würfelte ich beispielsweise eine 3, so musste ich das Hindernis 3x machen.

Ähnlich wie bei einem gezinkten Würfel, konnte ich aber eigentlich nur verlieren.

Würfelte ich nämlich eine hohe Zahl, so musste ich leiden, doch auch wenn ich eine 1 oder 2 geworfen habe, so ging es mir an den Kragen.

Dann nämlich musste ich beim Würfelmeister Dennis eine Kugel aus einem Beutel ziehen, der jede Menge skurrile Aufgaben für mich bereithielt.

Würfelmeister Dennis

Ich hatte auch den einen oder anderen Joker, doch deren Einsatz galt es wohl zu überlegen.

Dann durfte ich zwar nämlich noch mal würfeln, aber erstens hatte ich dann keinerlei Garantie, dass der zweite Wurf tatsächlich besser werden würde und zweitens musste ich dafür noch eine weitere Kugel in Kauf nehmen.

Du merkst, mein Team ließ sich das lange Warten auf mich an diesem Tag teuer bezahlen!

Obwohl ich sportlich aktuell im Vergleich zu den beiden Vorjahren eher ein Schatten meiner selbst bin, stand es für mich außer Frage, dass ich den Tag ohne Fail beenden wollen würde.

Am meisten hatte ich mir eine harte Challenge am Funky Monkey erhofft und ich sollte nicht enttäuscht werden, denn ich würfelte eine 6.

Das Hindernis war zum Glück schon an siebter Stelle und auch die äußeren Bedingungen waren nahezu ideal, aber spätestens nach dem dritten Durchlauf war mir klar, dass das eine richtig harte Nummer werden würde.

Ich tat jedoch was ein echter Mudder tun muss und schaffte alle sechs Versuche – auch wenn ich dabei auf dem letzten Loch pfiff:

Entsprechend sahen auch meine Hände danach aus…

Funky Monkey Verletzung

3x in Folge Arctic Enema war auch leicht grenzwertig, da dir irgendwann fast der Schädel platzt. Dafür waren 3x Kong und 6x Everest auf der hohen Seite im Alleingang fast schon entspannt.

Ansonsten hatte ich tatsächlich relativ viel Würfelglück, insbesondere beim Electric Eel, bei dem ich eine 1 warf (dafür war ich in der Tat sehr dankbar).

Electric Eel Würfelglück

Würfelglück ist aber wie gesagt relativ, denn ich musste zahlreiche Zusatzchallenges absolvieren, die in irgendeiner Weise mit meiner Person oder meiner (Tough Mudder) Vergangenheit zu tun hatten.

Die Aufgaben trugen dabei kreative Namen, die schon das eine oder andere erahnen ließen.

So musste ich bei „Bayern-Ultra“ laut die deutsche Nationalhymne singen oder bei „Flagge zeigen“ minutenlang mit unserer Fahne um Kiss of Mud rennen, bis endlich alle von unserem 30-Mann-Team durch waren.

Kiss of Mud Flagge zeigen

Bei „Casanova“ sollte ich einige Stationen lang jedem Volunteer – egal ob männlich oder weiblich – ein Küsschen rechts und links auf die Backe verpassen.

Bei „Tutor“ sollte ich einem beliebigen Fremden das nächste Hindernis detailliert erklären und mich bei „Strawkür“ rückwärts zum nächsten Hindernis bewegen (mein Ursprungsplan für den 75. Lauf – blöde Idee, wie sich zeigte).

Nach dem Los „Vogue“ musste ich jedes Mal, wenn ich fortan meinen Namen hörte, die mittlerweile schon allseits bekannte „Micha-Pose“ einnehmen, die ich für gewöhnlich am Start zu tun pflege und demjenigen zuwinken.

Allerdings musste ich dank „Sinneswandel“ die Leute immer darauf hinweisen, dass ich eigentlich Peter heiße, denn so hatte mich Kenny mal zwei Jahre zuvor beim Tough Mudder Süddeutschland 2016 ausgerufen.

Die mit Abstand schwierigste Aufgabe war allerdings, jedem aus meinem Team ein Kompliment zu machen. Bei den Knallköpfen ist das quasi so, wie wenn du das Salz in der Suppe suchst – nur umgekehrt 😀

Dagegen war „Missgeschick – verhaftet wegen sexy“ fast schon ein Kinderspiel, denn da musste ich lediglich mit Handschellen Block Ness absolvieren.

Michael Handschellen

Ketten trug ich auch bei „Gleichschritt“, denn da war mein linkes Bein mit dem rechten von Olaf verbunden als wir den Fluss durchquert haben und anschließend bis zum Everest liefen (das war mega anstrengend und durchaus schmerzhaft).

Ansonsten musste ich bei „Ahoi Micha“ noch oberkörperfrei durch die Mud Mile und im Zuge von „Dunkle Vergangenheit“ bekam ich noch mal einen Flashback zu meinem 50. Lauf, den ich blind absolvierte.

Michael Dunkle Vergangenheit

An dieser Stelle wirklich ein riesiges Dankeschön an Dennis und das Orga-Team – ihr habt euch echt einiges einfallen lassen und mir einen wunderschönen Tag bereitet!

Auch dem Rest des Teams gilt ein großer Dank, denn das Warten an den Hindernissen hat teilweise schon ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen, auch wenn wir nur halb so lange auf der Strecke waren wie bei unserer „Last-Team-Standing-Aktion“ im letzten Jahr.

Süddeutschland 2018 Pause

Besonders gefreut hat es mich, dass Sven und Max, meine treusten Teamkameraden, mir dann im Ziel das 75er-Stirnband übergestreift haben.

Beide mussten einen irrsinnigen Aufwand auf sich nehmen und bei ihrem Chef bzw. ihrer Chefin mehr als nur ein gutes Wort einlegen, um überhaupt am Samstag nach Wassertrüdingen kommen zu können.

Selbiges gilt übrigens für Fabian, der erst nach Mitternacht ankam und direkt nach dem Lauf wieder über 10 Stunden zurück nach Kiel fahren musste.

Längst nicht alle Herren aus Kiel haben diesen Aufwand auf sich genommen, Respekt!

Mehr Einsatz geht nicht, das hat mir echt mega imponiert!

Auch Tough Mudder hat zu meiner großen Überraschung im Ziel voll aufgefahren und mich richtig gefeiert und hochleben lassen.

Hier ein kleiner Eindruck von der emotionalen Krönung:

Alles in allem wer der Tag zwar ziemlich anstrengend für mich, aber das war es wert, denn dank meines Teams war es gleichzeitig ein Tag, den ich wohl nie vergessen werde!

Danke euch allen, ihr seid die Besten – nach mir natürlich 😉

Michael 75er Headband

Ich denke mein Team und du sehen es mir nach, dass sich der heutige Blogbeitrag vor allem um meinen 75. Lauf dreht.

Das ist zwar nachvollziehbar, aber auch ein wenig bedauerlich, denn wir hatten an diesem Wochenende noch weit mehr zu feiern.

Erlaube mir deshalb, noch ein paar meiner Teamkameraden für herausragende Leistungen zu beglückwünschen.

Da hätten wir zum einen unsere „andere“ Nadine, die samstags ihren 10. Lauf im Dirndl bestritt:

Nadine Dirndl

Herzlichen Glückwunsch 🙂

Ebenfalls am Samstag hat sich Matthias das schwarze Stirnband gesichert, der an diesem Tag besonders windschnittig unterwegs war:

Matthias Superman

Gerüchteweise hat es sich Matthias vorgenommen, bei seinem 25. Lauf mal mehr als drei Sätze am Stück zu reden – wir sind gespannt 😉

Herzlichen Glückwunsch!

Und zu guter Letzt sicherte sich dann auch noch meine bessere Hälfte Julia – trotz Meniskusschaden und entgegen meiner Empfehlung – am Samstag ihr schwarzes Stirnband in ihrer Krankenschwestermontur.

Trotz diverser Doktorspiele im Vorfeld konnte ich ihre Schmerzen leider nicht lindern, aber wir hoffen, dass sie schon bald wieder fit ist.

Fun Fact: Wir haben nicht nur an einem Tag das 10er- und 75er-Headband geholt, sondern hatten obendrein auch noch unseren ersten Jahrestag an diesem Tag – kannste dir nicht besser ausdenken 😀

Herzlichen Glückwunsch, mein Schatz!

Julia Black Headband

Ja und dann waren wir natürlich noch am Sonntag unterwegs und da gab es erneut Grund zum Feiern.

Robin hat nämlich seinen 10. Lauf komplett in seiner Bundeswehrmontur und mit einer 10kg-Weste bestritten. Er war super fix unterwegs und hat kein einziges Hindernis vergeigt!

Gut, jetzt wirst du vielleicht sagen, dass das keine wirkliche Challenge ist, denn schließlich bestreitet unser Christoph jeden einzelnen Lauf mit 20kg Zusatzgewicht, aber hey, das war ein guter Anfang 😉

Herzlichen Glückwunsch, lieber Robin!

Robin Black Headband

Du siehst, wir kamen aus dem Feiern kaum noch heraus 🙂

Abschließend noch ein paar Impressionen von der Strecke, denn es gab ja noch ein paar Sachen mehr als tolle Stirnbänder:

Fabi Arctic Süd 2018

Tobi Mud Mile Süd 2018

Mudder Guide Shuffle Süd 2018

Süddeutschland 2018 SA Finish

Päddy Electric Eel 2018

Mudder Guide Fahne 2018

Everest Gruppenbild Süd 2018

Süddeutschland 2018 Mud Mile

Volunteers Süd 2018

Mudder Guide Teamshirt von hinten

Süd 2018 Sonntag Finish

Ich hoffe, dir hat mein kleiner Rückblick gefallen.

Wenn es dich jetzt auch juckt, dann hast du entweder ebenfalls Bekanntschaft mit den Zerkarien gemacht oder du hast schon richtig Bock auf dein nächstes Schlammabenteuer 😉

Wir sehen uns hoffentlich nächste Woche in der Eifel zum großen Saisonabschluss.

Hoorah!!!

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